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Sebastian Tauchnitzschließen
Eine Studie soll es deutlich machen: Ist der Beitritt neun neuer Landkreise und zweier kreisfreier Städte in den MVV sinnvoll - und was für Kosten entstehen dadurch?
Bad Tölz-Wolfratshausen – Das Ziel ist klar: Auch der südliche Teil des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen soll so schnell wie möglich Teil des MVV-Tarifgebiets werden. Alle nötigen Weichen hat der Kreistag bereits dafür gestellt. In seiner jüngsten Sitzung stimmte das Gremium dafür, die MVV Consulting GmbH mit der Grundlagenstudie zur MVV-Verbundraumerweiterung zu beauftragen. Diese hatte der Freistaat gefordert, um herauszufinden ob der Beitritt aller neun interessierten Landkreise und der zwei kreisfreien Städte sinnvoll ist und welche dauerhaften Ausgaben durch die Erweiterung entstehen. Zwar bezahlt der Freistaat auch 85 Prozent der Kosten der Studie, die beitrittswilligen Kandidaten werden aber ebenfalls zur Kasse gebeten. Abzüglich weiterer Zuschüsse „sind wir mit knapp 70 000 Euro dabei“, sagte Landrat Josef Niedermaier. Angesichts von rund 9,5 Millionen Euro Gesamtkosten ein überschaubarer Betrag. Die Untersuchungen für die Studie sind aufwendig, wie Matthias Schmid, am Landratsamt zuständig für das Thema Öffentlicher Personennahverkehr, erläuterte. „Über ein Jahr wird es Fahrgastzählungen in Bussen und Bahnen geben. Deshalb ist das so teuer“, sagte Schmid. Geht alles glatt, könnte zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 die Verbundraumerweiterung erfolgen.
Wichtig für Bad Tölz-Wolfratshausen ist, dass auch die Nachbarn mitziehen. Nur so ist es möglich, die Bahnlinien von BOB und Kochelseebahn ebenfalls mit in den MVV-Tarifverbund zu bekommen. Während Miesbach schon vor Längerem die entsprechenden Weichen gestellt hat (wir berichteten), war der Landkreis Weilheim-Schongau lange recht zögerlich. Doch auch von dort gibt es nun ein klares Signal: In seiner Sitzung am Freitagvormittag beschloss der Weilheimer Kreistag, dass sämtliche Bahnhöfe im Landkreis „zum nächstmöglichen Termin“ dem MVV-Tarifgebiet beitreten sollen. Das kam für alle Seiten etwas überraschend. Ursprünglich hatten die „Bürger für den Landkreis“ (BfL) im April nur den Antrag gestellt, dass die Bahnhöfe in Penzberg, Iffeldorf, Seeshaupt und Bernried zum nächstmöglichen Fahrplanwechsel ins MVV-Tarifgebiet aufgenommen werden sollen.
Schon das wäre für die Kochelseebahn ausreichend gewesen. Anfang Juni hatte die FDP dann aber einen weitergehenden Antrag gestellt, der zusätzlich dazu auch die Einbindung des Weilheimer Bahnhofs in das MVV-Tarifgebiet fordert.
Da der Freistaat diese Insellösungen nur mit Bahnhöfen allerdings ablehnt, sollen auch die Busse in den MVV-Tarif, wie die Weilheimer Landrätin Andrea Jochner-Weiß am Montag in einem Pressegespräch verdeutlichte. Das hilft dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ebenfalls deutlich weiter. Landkreisübergreifende Linien – beispielsweise nach Penzberg – wären so deutlich einfacher zu realisieren.
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