- VonElena Royerschließen
Sich im Kloster Benediktbeuern zurechtzufinden - bisher keine leichte Aufgabe. Ein „Willkommenszentrum“ soll das nun ändern. Bei einer Pressekonferenz wurden die neuen Räumlichkeiten und das Konzept vorgestellt.
Benediktbeuern – Wo finde ich die Jugendherberge? In welche Richtung muss ich gehen, wenn ich im Klosterladen einkaufen will? Wo gibt es Toiletten? Diese und ähnliche Fragen stellen sich sicherlich viele Besucher, die zum ersten Mal das Kloster Benediktbeuern besuchen. Mit dem „Willkommenszentrum“ wurde nun ein zentraler Ort geschaffen, an dem es alle relevanten Informationen sämtlicher klosteransässiger Einrichtungen gibt (wir berichteten). Im Rahmen einer Pressekonferenz wurden die Räumlichkeiten und das Konzept nun vorgestellt.
Neues „Willkommenszentrum“ am Kloster Benediktbeuern: Hier gibt es alle Infos gebündelt
„Hier in Benediktbeuern gibt es viele verschiedene Einrichtungen. Das macht das Ankommen nicht ganz einfach“, gibt Pater Claudius Amann, der Einrichtungsleiter des Klosters Benediktbeuern, zu. Einmal trat auf dem weitläufigen Klostergelände ein Mann auf ihn zu und fragte, ob er ihm den Weg zu einer Tagung, die er besuchen wollte, zeigen könne. Pater Claudius fragte ihn, wo die Tagung denn stattfinden soll. In der Jugendherberge zum Beispiel, oder im Aktionszentrum. Das jedoch konnte ihm sein Gegenüber nicht beantworten. „Und das macht deutlich, dass wir dringend eine Anlaufstelle für unsere Gäste brauchen, in der sie Infos gebündelt erhalten“, erklärt Pater Claudius Amann. So entstand die Idee des „Willkommenszentrums“, einem Ort, an den sich Besucher mit all ihren Fragen wenden können und Infos über die verschiedenen Einrichtungen im Kloster sowie sämtliche Veranstaltungen erhalten.
Noch mehr aktuelle Nachrichten aus der Region rund um Bad Tölz finden Sie auf bei Merkur.de/Bad Tölz.
Einrichtung befindet sich im Westflügel des Maierhofs
Anfangs gab es die Überlegung, dass ein Zelt auf dem Klosterparkplatz diese Aufgabe übernehmen soll. Da man aber auf Nachhaltigkeit achten wollte, siedelte man das neue „Willkommenszentrum“ in bereits bestehenden Räumlichkeiten an. Und zwar im Westflügel des Maierhofs, also zwischen dem Bahnhof Benediktbeuern und dem Großparkplatz auf der Nordseite des Klosters. „Früher waren hier Stallungen untergebracht, und danach der Empfang der Jugendbildungsstätte“, erklärt Benedikt Hartmann, der Leiter des Zentrums für Umwelt und Kultur (ZUK). Er sieht in der neuen Einrichtung einen „riesen Mehrwert“. „Ein guter Weg, um Ordnung reinzubringen“, findet er.
Alte und neue Elemente wurden im „Willkommenszentrum“ vereint
Bei der Gestaltung des neuen „Willkommenszentrums“ wurde Neues mit Altem vereint. So blieb das alte Gewölbe mit den Säulen erhalten. „Dabei haben uns sehr engagierte junge Leute aus dem Freiwilligendienst in der Denkmalpflege geholfen“, erklärt Hilmar Gries, der Verwaltungs- und Wirtschaftsleiter im Kloster. Denn da die Säulen noch im Lehmboden der früheren Stallungen stehen und aus diesem Feuchtigkeit hoch zieht, musste zuerst eine Sperre aufgebracht werden.
„Uns ist es wichtig, so viele Zielgruppen wie möglich mit unserem Konzept anzusprechen“ , erklärt Gries. Deswegen gibt es auch verschiedene Sitzmöglichkeiten – große Sessel in einem Lounge Bereich und eine gemütliche Sitzlandschaft. „Wir haben versucht, mit Firmen und Partnern aus der Region zu arbeiten“, erklärt Hartmann. Zudem habe die eigene Haustechnik geholfen.
Elektronische Infotafel informiert zu tagesaktuellen Veranstaltungen
Dank kostenlosem Internet und Steckdosen können sich die Besucher hier die Wartezeit vertreiben, und ein elektronisches Informationssystem zeigt alles Wichtige zu tagesaktuellen Veranstaltungen in den Bereichen Kunst und Kultur sowie Tagungen an. „Neben einer Zeitschriftenwand, in der Unterlagen von klostereigenen Einrichtungen angeboten werden, soll es in Zusammenarbeit mit der Gemeinde auch eine Info-Stele mit Material über Benediktbeuern geben“, erklärt Gries.
Außerhalb der Kernzeiten gibt es einen Bereitschaftsdienst im „Willkommenszentrum“
Einen „riesen Gewinn“ nennt Franz Wasensteiner die neue Einrichtung. Der Leiter des Aktionszentrums (AZ) erklärt: „Das „Willkommenszentrum“ ist von 7 bis 19 Uhr besetzt. Das sind die Kernzeiten, zu denen unsere Gäste kommen.“ Außerhalb dieser Zeiten gebe es bis 22 Uhr einen Bereitschaftsdienst, den das ZUK übernimmt, ergänzt Gries.
Komplett neues Beschilderungssystem soll Zurechtfinden auf dem Klostergeländer erleichtern
Zusätzlich zum „Willkommenszentrum“ soll es bald ein komplett neues Beschilderungssystem auf dem gesamten Klosterareal geben. „Das sind zwei Meter hohe Stelen, die dem Besucher bei der Orientierung helfen“, erklärt Gries. „Auf ihnen ist ein QR-Code, mit dem man einen Lageplan herunterladen kann.“ Gries hofft, dass die neue Beschilderung zum 15. November fertig ist. An diesem Tag wird auch das „Willkommenszentrum“ offiziell eröffnet.
Finanziert wurde das neue „Willkommenszentrum“ mit Hilfe von Spenden und einer Förderung des Leader-Projekts. Der gesamte Umbau hat laut Gries eine sechsstellige Summe gekostet.
Bad-Tölz-Newsletter: Alles aus Ihrer Region! Unser Bad-Tölz-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Region Bad Tölz – inklusive aller Neuigkeiten zur Corona-Krise in Ihrer Gemeinde. Melden Sie sich hier an.
