Ortstermin der Telekom

Breitbandausbau in Bad Tölz: 7000 Haushalte können jetzt schneller surfen

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Zeigten eines der 48 im gesamten Stadtgebiet neu aufgestellten Multifunktionsgehäuse (v. li.): Frank Dentgen (Telekom, Key-Account-Manager Technik), Norbert Kreier (Telekom, Regiomanager Vertrieb) sowie Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann beim Ortstermin an der Südschule.
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Die Telekom hat gute Nachrichten für viele Tölzer: Der Breitbandausbau im Stadtgebiet ist soweit abgeschlossen, dass rund 7000 Haushalte künftig schneller im Internet surfen können.

Bad Tölz – Möglich sind Download-Geschwindigkeiten von mindestens 50 MBit/Sekunde. Voraussetzung für eine höhere Bandbreite ist, dass das entsprechende Produkt beim Anbieter auch tatsächlich gebucht wird. „Es wird nicht von alleine schneller“, sagt der städtische Wirtschaftsförderer Falko Wiesenhütter. Ob man im Ausbaugebiet liege, müsse man beim Anbieter erfragen.

Wiesenhütter traf sich in der vergangenen Woche mit Vertretern der Telekom zu einem Ortstermin nahe der Südschule. Dort durften er und Zweiter Bürgermeister Andreas Wiedemann auch einmal einen Blick in eines der 48 im gesamten Stadtgebiet neu aufgestellten Multifunktionsgehäuse werfen. Die Arbeiten der Telekom waren umfangreich. „Vom Hauptverteiler in der Mühlgasse wurde Glasfaser bis zu den Multifunktionsgehäusen gelegt“, sagt Wiesenhütter. Diese Verteilerkästen waren bislang lediglich durch Kupferkabel angebunden. „Kupfer schluckt Bandbreite“, verdeutlicht der Wirtschaftsförderer. Glasfaser tut das nicht. In die Häuser führen von den Gehäusen zwar weiterhin Kupferleitungen, aber die verfügbaren Bandbreiten sind dennoch künftig deutlich höher.

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Gekostet hat dieser Teil des Ausbaus die Stadt nichts, weil die Telekom beschlossen hat, das eigenwirtschaftlich anzupacken. Unternehmen entschließen sich in der Regel zu diesem Schritt, wenn sie glauben, die hohen Investitionen früher oder später refinanzieren zu können – durch neue Kunden oder Kunden, die bessere Verträge abschließen. Im Zuge einer Markterkundung hatte die Stadt vor drei Jahren ausgelotet, ob es Interessenten für den DSL-Ausbau in Tölz gibt. In diesem Zuge kündigte die Telekom an, den Ausbau im Stadtgebiet zu übernehmen – möglicherweise auch, um keinem Konkurrenten das Feld zu überlassen. In Tölz gebe es nämlich auch noch den Anbieter Vodafone/Kabel Deutschland, der über ein kabelgebundenes Netz verfüge, so Wiesenhütter.

Weniger Interesse an einem eigenwirtschaftlichen Ausbau besteht in Bereichen, die dünner besiedelt sind, deren Erschließung aber aufwendig und somit teuer ist. Die Anbindung von Kirchbichl rechne sich beispielsweise nicht, sagt Wiesenhütter. Damit man aber auch dort in den Genuss von höheren Bandbreiten kommt, hat der Freistaat ein Förderprogramm aufgelegt. Übernimmt die Kommune die Investitionen in diesen Bereichen, bekommt sie vom Freistaat 80 Prozent der Kosten erstattet. Für Kirchbichl seien die Arbeiten bereits ausgeschrieben worden. „Den Zuschlag hat auch hier die Telekom erhalten“, sagt Wiesenhütter. Über das Breitbandförderprogramm hatte die Stadt 2014 bereits den Ausbau im Gewerbegebiet Farchet und in Ellbach angestoßen.

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Auch in anderen schlecht erschlossenen Arealen – beispielsweise Roßwies oder Moralthof – will die Stadt den Ausbau vorantreiben. Es gebe aber auch „einige komplizierte Gebiete“, wo noch nicht klar ist, wie eine Erschließung technisch überhaupt machbar sein wird. Kogl, Ober- und Untermühlberg nennt Wiesenhütter als Beispiele. Hier sei mitunter nur gemeinsame Lösung mit Nachbargemeinden möglich, deren Ausbauplanungen aber gerade erst anlaufen. „Da müssen wir einfach noch warten.“

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