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Seit einigen Wochen ist der Tölzer „Starnbräu“ geschlossen. Ein Nachfolger ist nicht in Sicht.
Update vom 3. September:
Bad Tölz - „Vorübergehend geschlossen“. Dieses Schild hängt seit ein paar Wochen im „Wirtshaus zum Starnbräu“ in der Tölzer Marktstraße – und wird dort wohl auch noch eine Weile kleben bleiben. Georg Hochwind hat bislang noch keinen Nachmieter gefunden, teilt der Reichersbeurer auf Nachfrage mit. „Ein paar vage Interessenten gibt es immer“, sagt Hochwind. „Aber es muss auch passen.“
Die Anfragen namhafter Modeketten blockte der Hauseigentümer bislang ab. Wenn es geht, soll in der Immobilie auch weiterhin eine bayerische Wirtschaft betrieben werden, sagt er.
Wie berichtet ist Ende August der Pachtvertrag zwischen den Wirtsleuten Peter und Gerda Reichert und Hochwind ausgelaufen. Das Paar hatte den Vertrag nicht verlängert.
Ursprüngliche Meldung vom 17. Juli:
Bad Tölz – Im Tölzer Geschäftsleben gibt es wieder einige Wechsel. Einer der auffälligsten Leerstände ist der „Starnbräu“ in der Marktstraße. Wie berichtet verlängerte der Pächter seinen Vertrag nicht. Laut Aushang ist das Wirtshaus vorübergehend geschlossen. Wie lange diese Phase aber andauert, ist unklar. „Ein neuer Pächter ist noch nicht in Aussicht“, sagt Stefan Hempl, Sprecher des Hofbräuhauses München, auf Anfrage. „Eine lange Suche nach einem guten Geschäftsführer oder Betriebsleiter für die Gastronomie durch die Wirte blieb leider erfolglos“, so Hempl. Daher kündigten die Wirte den Pachtvertrag mit Hofbräu München. Auch die etwa einjährige Suche der Brauerei nach einem geeigneten Nachfolger brachte kein Ergebnis, so Hempl, „weshalb die Brauerei ihrerseits den Pachtvertrag mit dem Hausbesitzer kündigte“.
Positivere Nachrichten gibt es etwas weiter oben in der Marktstraße vom ehemaligen „Ratskeller“. Die Umbauarbeiten sind abgeschlossen, die Speisekarte steht, eigentlich möchte der neue Wirt gerne loslegen. „Aber er wartet auf die Konzession“, heißt es seitens der Hausbesitzer. Wie lange es noch dauert, bis bayerisch-griechische Gerichte dort serviert werden können, ist offen.
Gute Nachrichten gibt es für Ausflügler: Die „Moraltalm“ wird in Kürze wieder eröffnen. Das Café mit Biergarten war seit Herbst vergangenen Jahres geschlossen. Derzeit stehen noch letzte Sanierungsarbeiten an.
Nicht nur in der Gastronomie gibt es einige Wechsel. In der Marktstraße steht der Vodafone-Laden leer. „Es handelt sich um eine selbstständige Partneragentur, die von dem bisherigen Händler erfolgreich geführt wurde“, berichtet Konzernsprecher Volker Petendorf auf Anfrage. Das Vertragsverhältnis sei einvernehmlich beendet worden, derzeit laufen Verhandlungen mit einem möglichen Nachfolger. Ziel sei es, innerhalb von vier bis sechs Wochen den Shop mit einem neuen Vertriebspartner neu zu eröffnen, „um dann unter neuer Führung Mobilfunk, Breitband-Internet, Festnetz und Kabel-TV aus einer Hand anzubieten – inklusive Hardware und Zubehör“.
In der Tölzer Marktstraße: Oberland-Passage hat neues Fitness-Studio
Ebenfalls geschlossen ist die Filiale von „Wind & Sportswear“ in der Marktstraße. Ralph Grasdanner vom „Immobilien Treffpunkt“ aus Rosenheim, der die Immobilie betreut, berichtet auf Anfrage, dass man mit zwei Interessenten im Gespräch sei. Einer davon würde gerne ein Modegeschäft eröffnen, über den anderen dürfe er noch keine Auskunft erteilen.
Ein paar Häuser weiter oben hat sich in der Oberland-Passage vieles getan. Nicht nur, dass sie optisch bereits aufgewertet wurde – wie Kai Worbs berichtet, wird auch der Innenhof noch aufgehübscht und die Passage verputzt. Auch gibt es bezüglich der restlichen drei Leerstandsflächen positive Gespräche. Alle Praxisräume sind belegt, die neue „Fit Lounge“ hat geöffnet. Auch die Wohnungen sind allesamt bezogen. „Seit dreieinhalb Jahren sind wir dabei, alles umzubauen“, sagt Worbs. Noch ein Jahr, schätzt er, dann sind alle Arbeiten abgeschlossen. „Das war Wahnsinn, alles aufzuarbeiten.“
Auch in der Nockhergasse ist ein Umzug zu vermelden. Die „SmartPhone-Werkstatt“ ist an die Bahnhofstraße umgezogen. „Der Standort ist besser und der Laden größer“, erklärt Techniker Florian Scherer die Hintergründe.
Im Tölzer Badeteil: Hundesalon wird eröffnet
In der Badstraße kündet ein großes Plakat von einer Neu-Eröffnung. Ein Hundesalon wird sich dort ansiedeln, wo vorher ein Brautmoden-Geschäft war. Letzteres wird laut der eigenen Homepage in Kürze in größeren Räumen wieder aufmachen.
Eine Institution ist das Antiquitäten-Geschäft von Manfred Schwarzwälder. Der 72-Jährige ist derzeit mit Umbauen beschäftigt: Er wird seine Räumlichkeiten verkleinern, nur noch auf 18 Quadratmetern hochwertige Gemälde und Antiquitäten anbieten. Momentan läuft bei ihm der Räumungsverkauf. Die restliche Fläche, die er bisher nutzte, wird zur „Nähwerkstatt“ von Lisa Lösel. Sie war bisher in der Franziskanergasse ansässig. „Ich möchte mich vergrößern“, sagt Lösel. Im Oktober ist die Neueröffnung geplant.
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