VonVeronika Ahn-Tauchnitzschließen
Ein Landkreis, ein Fahrplan, ein Tarif: Das ist das Ziel für Bad Tölz-Wolfratshausen.Der Kreis strickt eifrig an der MVV-Verbunderweiterung.
Bad Tölz-Wolfratshausen – Der Beschluss war einstimmig: Der Kreistag beauftragte in seiner jüngsten Sitzung Landrat Josef Niedermaier (FW) damit, die Erweiterung des MVV-Verbunds auf den ganzen Landkreis – bislang ist nur der Norden Mitglied – weiter voranzutreiben und ein Konzept mit Zeitplan und Kosten vorzulegen. Einen ähnlichen Beschluss hat auch der Landkreis Miesbach schon gefasst.
Dass die Nachbarn mit im Boot sind, ist wichtig. Schließlich quert die Bayerische Oberlandbahn deren Territorium, bevor sie MVV-Gebiet erreicht. Damit auch die Kochelseebahn mit in den Tarifverbund kommt, müsste Weilheim-Schongau ebenfalls mitziehen. Die dortige Landrätin Andrea Jochner-Weiß (CSU) wirkte bislang aber bestenfalls zögerlich. Niedermaier erkennt nun aber ein „positives Signal“. Nach zähem Ringen sind die Nachbarn nämlich bereit, die Buslinie von Wolfratshausen nach Penzberg künftig zusammen mit dem Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen gemeinwirtschaftlich zu betreiben. Das heißt, die Kreise tragen die Betriebskosten beziehungsweise das vermutlich anfallende Defizit. Der bislang nur bis zur Landkreisgrenze geltende MVV-Tarif soll bis Penzberg ausgedehnt werden. Niedermaier ist zuversichtlich, dass sich die Nachbarn „durch die Macht der Überzeugung“ demnächst auch mit dem Beitritt zum Tarifverbund anfreunden können. „Der Landkreis Landsberg will auch in den MVV. Wir kesseln Weilheim langsam ein.“
Klaus Barthel (SPD) wollte wissen, bis wann die Verbundraumerweiterung im Landkreis geschafft sein soll. „In zwei Jahren“, antwortete Niedermaier. Dieses Ziel sei allerdings „sportlich“ und nur zu erreichen, wenn auch der Freistaat – er ist für den Schienennahverkehr zuständig – Geld bereit stellt. va
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