VonGabi Wernerschließen
Mit seinem neuen Jodbad möchte Bad Wiessee ab 2019 so richtig durchstarten. Am Donnerstagabend fand der erste Spatenstich für den Neubau statt. Bauministerin Aigner sprach von einem touristischen Flaggschiff.
Bad Wiessee – Mit dem symbolischen Spatenstich markiere Bad Wiessee das Ende einer alten und den Beginn einer neuen Epoche, erklärte Bürgermeister Peter Höß (FWG/Wiesseer Block) am Donnerstagabend, als sich die Gäste im Bistro des Badeparks zu dem Festakt eingefunden hatten. In der Tat hat Bad Wiessee mit dem Neubau des Badehauses sein wohl größtes und ehrgeizigstes Projekt seit Langem auf den Weg gebracht.
Als die Gemeinde 2011 die Heilwasserquellen und die zugehörigen Grundstücke erwarb, habe sie von einem eigenen neuen Jodbad „noch nicht zu träumen gewagt“, erinnerte der Rathaus-Chef. Doch dank eines „überplanmäßigen Schuldenabbaus“ und der guten Finanzsituation habe der Gemeinderat im Jahr 2015 beschlossen, das Bad auf eigene Faust zu bauen.
Ein finanzieller Kraftakt wird es allemal. Bekanntlich sind die Kosten für den Neubau nach den Plänen des Südtiroler Stararchitekten Matteo Thun zuletzt in die Höhe geschossen: Statt der bisher kalkulierten 8,4 Millionen Euro könnten das neue Badehaus und die Sanierung der Quellen nun um die zehn Millionen Euro verschlingen. Eine Tatsache, die die CSU-Fraktion des Gemeinderats heftig kritisiert. Ihrer Meinung nach hätte es auch ein bescheidenerer Zweckbau getan. Dem Spatenstich wohnte CSU-Fraktionssprecher Kurt Sareiter dennoch bei.
Im zweiten Halbjahr 2019 soll der Neubau auf dem Nachbargrundstück des Badeparks betriebsfertig sein. Staatsministerin Ilse Aigner (CSU) sprach von einem „erfreulichen Ereignis“. Das neue Badehaus passe hervorragend in die Tourismus-Strategie des Freistaats, weshalb die Regierung das Projekt auch mit einem „nicht unerheblichen Beitrag“ unterstütze. Aigner hatte vor ziemlich genau einem Jahr – damals noch als Wirtschaftsministerin – der Gemeinde einen Förderbescheid in Höhe von knapp 3,2 Millionen Euro überreicht. Die Frage, ob dieser Zuschuss wegen der aktuellen Kostenexplosion möglicherweise noch einmal aufgestockt wird, war beim Spatenstich allerdings kein Thema.
Aigner wünschte dem Bau einen unfallfreien Verlauf und freute sich „als ehemalige Tourismus-Ministerin, jetzige Bauministerin und Stimmkreisabgeordnete“, dass die Region bald ein neues touristisches Flaggschiff vorweisen könne. „Das ist ein schöner Tag“, sagte sie.
Lesen Sie auch: Finanzplan Bad Wiessee: Dünne Mehrheit für dickes Budget
Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) lobte in seiner Ansprache den Bürgermeister und seinen Gemeinderat, „die den Mut hatten, diesen Schritt zu gehen“. „Das bringt unserer Region wirklich was“, zeigte sich der Landrat überzeugt. Und Birgit Trinkl, Vorsitzende der Freunde und Förderer des Jodschwefelbads, meinte in ihrem Grußwort: „Es erfüllt mich und den Verein mit Freude, dass der Vereinszweck nun endlich erfüllt wird.“ Denn zu einem florierenden Bad Wiessee, so erklärte die Vermieterin, gehöre eben auch ein florierendes Heilbad.
gab
