Verwunderte Anrufe bei der Gemeinde

Urlauber und Nachbar beschweren sich über Fischer-Bistro - das sagen Preysing und Gemeinde

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Das Fischerei Bistro in Bad Wiessee.
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Urlaubsgäste fühlen sich offenbar von den jungen Party-Gesellschaften in Christoph von Preysings Fischerei-Bistro gestört. Das sagen Gemeinde und Betreiber.

Bad Wiessee - Es sind schon zwei Welten, die da aufeinander prallen: auf der einen Seite Wiesseer Urlaubsgäste, die in aller Ruhe an der Seepromenade flanieren wollen und nachts vor allem schlafen. Auf der anderen Seite die jungen, schicken Münchner, die des abends im Fischerei-Bistro in Abwinkl feiern.

Vielleicht liegt es an den vielen schönen Sommerabenden, dass nun auch einige Beschwerden das Wiesseer Rathaus erreicht haben. „Es gab definitiv Beschwerden“, sagt der Zweite Bürgermeister Robert Huber, der den auf Reha befindlichen Peter Höß vertritt.

Kurz: Man wundert sich. Spätestens nach der Eröffnung von Kohlers Bussi Baby erkennen, so scheint es, manche Urlauber ihr altes Bad Wiessee kaum wieder. Hinzu kam nun die Beschwerde einer Familie, die in direkter Nachbarschaft zum Bistro wohnt. Und auch manche Urlaubsgäste schütteln verwundert den Kopf: Leere Gläser und Champagnerflaschen liegen da am Morgen am Ufer, so heißt es, und des Nachts werde gegrölt, wild gepinkelt oder sich anderweitig erleichtert.

Besonders erzürnten sich die Gemüter wohl an einem Junggesellenabschied Ende Juni. An den erinnert sich auch Christoph von Preysing. Sowas könne schon mal vorkommen, sei aber bei ihm nicht die Regel, stellt der Berufsfischer vom Tegernsee und Bistro-Betreiber weiter klar. Und das dürfe sie auch gar nicht sein. „Schon allein, weil das für meine Gäste auch ein Problem wäre.“ Der Altersschnitt von Preysings Publikum reiche von 18 bis 80. Und da wollen nicht alle Schickeria-Party.

Christoph von Preysing auf Instagram:

Preysing darf die Wiese vor dem Bistro täglich bis 22 Uhr bespielen. „Das ist aber ganz selten der Fall“, sagt der Wirt. Denn wenn die Sonne weg sei - und das ist sie an dieser Stelle in Wiessee recht früh - würden auch die Gäste gehen. „Länger als bis 18 Uhr geht es selten.“ Freilich, dieser Sommer ist ein Ausnahmesommer. So viele heiße Abende schon im Mai und Juni gibt‘s selten am See.

Fakt ist: Geöffnet hat Preysing nur von Donnerstag bis Sonntag. Und er sagt: „Das Tal ist nun mal ein Ausflugsort. Ich bin vielleicht auch nicht so begeistert, wenn ich von Tegernsee her die ganze Nacht beschallt werde.“ Damit spielt Preysing auf das Tegernseer Waldfest an. „Und Blasmusik mag vielleicht auch nicht jeder.“

Mit Gemeinde in guten Gesprächen

Dennoch: Die Beschwerden über seine Gäste verhallen beim Fischer vom Tegernsee nicht ungehört: „Wir werden beim Schließen darauf achten, dass nichts mehr von den Gästen liegen bleibt.“ Mit Glas und Flasche ans Seeufer - das gebe es sowieso nicht mehr. „Da haben wir in der Vergangenheit vielleicht zu wenig drauf geschaut.“ Mit der Gemeinde sei man derweil in regelmäßigen und guten Gesprächen. Das bestätigt auch Bürgermeister Huber. Er sagt: Wenn jemand eine engagierte Gastronomie betreibe, komme es schon mal zu Spitzen, die der Wirt nicht immer im Griff habe.

kmm/gab

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