Bad Tölz-Wolfratshausen – Die Hitzerekorde purzelten nur so: Wer konnte, der strebte am Wochenende zu den Seen im Landkreis, um etwas Abkühlung zu finden. Das Verkehrsaufkommen war dementsprechend immens. Trotzdem hatten weder Polizei noch Wasserwacht große Zwischenfälle zu verzeichnen.
„Vor diesem Wochenende habe ich schon geschwitzt“, gibt Wolfgang Hofmann zu. Er ist Vorsitzender der Tölzer Wasserwacht, die auch am Südufer des Walchensees stationiert ist. „Aber Gott sei Dank ist überhaupt nichts passiert.“ Es seien außergewöhnlich viele Schwimmer ins Wasser gegangen. Wie gefährlich das sein kann, zeigt die bayernweite Statistik: Drei Menschen ertranken im Freistaat am Wochenende. „Das ist dramatisch“, sagt Hofmann.
Aber auch am Kochelsee „blieb der Piepser ruhig“ – trotz regen Badebetriebs, bilanziert Klaus Heidl von der dortigen Wasserwacht. „Ich habe Wärmegewitter befürchtet“, sagt er. „Die können ruckzuck aufziehen.“ Aber auch davon blieb die Region verschont.
Rekordverdächtige Besucherzahlen meldet das Tölzer Freibad Eichmühle. „Von 1. bis 5. Juli zählten wir 3500 Gäste“, berichtet Reinhard Oberleitner, Abteilungsleiter Bäder der Stadtwerke. „Allein am Sonntag waren 1181 Leute hier.“ Weder Schwimmer noch Parker verursachten Probleme.
Parkprobleme gab es aber zuhauf am Walchensee. „Insgesamt hatten wir am Wochenende 460 Verstöße“, berichtet Thorsten Preßler vom Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland. Vor allem standen Fahrzeuge in Einfahrten und auf Rettungswegen. „Der Parkdruck war immens“, sagt Preßler. Dabei habe es zumindest am Morgen noch freie Parkplätze gegeben. „Aber ein Fußweg von 15 Minuten ist den Leuten schon zu lang.“
Gegen 13 Uhr ließ der Zweckverband deshalb eine Radiomeldung laufen, dass die Parkplätze am Walchensee voll seien. Ein Kollege berichtete ihm von einer Begegnung, die etwas über die Einstellung aussage, einfach auf Rettungswegen zu parken: Ein Fahrer habe die 35 Euro auf dem Strafzettel nicht so schlimm gefunden, aber die drohenden Abschleppkosten bewegten ihn dann doch zum Umparken. „Er hatte seinen Sohn dabei“, merkt Preßler an. „Der Vater wäre sicherlich froh, wenn ein Rettungswagen im Notfall schnell bei seiner Familie wäre.“
Den Parküberwachern schlage an solchen Tagen eine gewisse Aggressivität entgegen. „Wir versuchen, wenigstens die Rettungswege freizuhalten“, sagt Preßler. Aber diese Parkprobleme würden sich an solchen Wochenenden an allen großen Seen ergeben, sagt der Fachmann.
„Einmal im Jahr kommen wir mit den Kommunen zusammen und überlegen Verbesserungen, aber solche Ausnahmewochenenden sind schwer in den Griff zu bekommen“, meint Preßler. Am Walchensee seien die Beschilderung verbessert und mehr Parkplätze geschaffen worden, führt er an.
Birgit Botzenhart