VonJohannes Welteschließen
In Bayern ist wieder ein Bär unterwegs. Auf der Tiroler Seite könnte er schon Schafe gerissen haben. Seine Spuren wurden in Miesbach und Rosenheim entdeckt.
Bayrischzell – In einer Pressemitteilung des Landesamtes für Umwelt wird über den neuen Bären-Besuch im Freistaat berichtet. „Die Spuren wurden jetzt ausgewertet und ein Braunbär bestätigt“, heißt es in einer Pressemitteilung vom Montagabend (17. April). Um welches Tier es sich handelt, sei unbekannt: „Eine Individualisierung aufgrund von Trittsiegeln ist nicht möglich.“
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Behörden, Interessenverbände und Vertreter von Nutztierhaltern seien informiert worden. Der letzte bestätigte Hinweis auf einen Braunbären in Bayern stamme aus dem Sommer 2022. Im Gebiet zwischen Reutte (Tirol), dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen und Bad Tölz Wolfratshausen konnten 2022 mehrere Hinweise bestätigt werden. „Die Qualität der damals gefundenen Proben war für eine Individualisierung nicht ausreichend“, heißt es weiter. Damals hatte ein Bär nahe Mittenwald an der Grenze auf Tiroler Gebiet 15 Schafe gerissen. Auch nahe Schloss Elmau bei Mittenwald, wo der G7-Gipfel vorigen Sommer stattfand, wurde er gesichtet.
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Zuvor hatte im Jahr 2006 der Bär JJ1, besser bekannt als Bruno, im Landkreis Miesbach für Aufsehen gesorgt. Der sogenannte Problembär wurde schließlich zum Abschuss freigegeben und getötet.
Bär in Bayern: Tier wurde jenseits der Grenze fotografiert
Ob es sich jetzt in den Kreisen Miesbach und Rosenheim um das gleiche Tier handelt, das die Schafe bei Scharnitz voriges Jahr riss, ist unklar. Nach den letzten Spuren im Kreis Bad Tölz gab es Meldungen über Bären-Sichtungen über Wildkameras in den Tiroler Gebieten südlich der bayerischen Grenze im Bereich der Landkreise Miesbach und Rosenheim. Darum ist es wahrscheinlich, dass es sich hier nun um das gleiche Tier handelt.
Nach Angaben der Jägerschaft im benachbarten Tiroler Bezirk Kufstein sind sogar zwei Bären in der Region gesichtet worden. „Und sie sind wieder bei uns unterwegs“, berichtete im März Bezirksjägermeister Michael Lamprecht bei einer Jägerversammlung. Aber es seien derzeit keine aktuellen Schäden durch sie bekannt, so der Waidmann in der Tiroler Tageszeitung. Er wollte das genaue Aufenthaltsgebiet der Tiere nicht nennen, „weil dann bekommen wir einen Bärentourismus“, befürchtete der Jäger.
Bär soll südlich der bayerischen Grenze Schafe gerissen haben
Der tz ist allerdings bekannt, dass der oder die Bären im südlichen Mangfallgebirge sowie in den angrenzenden Brandenberger Alpen auf Tiroler Gebiet von Wildkameras fotografiert wurden - unweit der bayerischen Grenze. Im März gab es neue Fotos. Eine Jägerin berichtete, es handle sich um ein großes und ein kleines Tier. Die Landesregierung in Tirol spricht allerdings von nur einem Tier. Auf einer Alm nahe der bayerischen Grenze hatte ein Bär in der Nähe des Hinteren Sonnwendjoches mindestens drei Schafe gerissen. Eine Almbäuerin berichtete ebenfalls von Spuren nahe Futterstellen für Rotwild. Im Oktober vorigen Jahres beklagte ein Landwirt von 30 Schafen am Hinteren Sonnwendjoch durch einen Bären. Der Riss wurde per DNA bestätigt,
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