VonMichael Hudelistschließen
Die Deutsche Bahn macht die Korridorstrecke zwischen Salzburg, Rosenheim und Kufstein für Bauarbeiten dicht. Das hat massive Folgen für Züge von ÖBB und Westbahn. Welche Verbindungen ausfallen, wo es Schienenersatzverkehr gibt und wie lange das Chaos dauert.
Wien/Salzburg/München – Die geplante Komplettsanierung des großteils maroden Streckennetzes der Deutschen Bahn wird bereits ab dem zweiten Halbjahr 2026 und in den folgenden Jahren massive Auswirkungen auf den Bahnverkehr zwischen Salzburg und München sowie im Korridorverkehr über Rosenheim nach Italien haben. Doch schon vom 2. bis einschließlich 17. August 2025 zwingen Gleisbauarbeiten der Deutschen Bahn auf der Korridorstrecke Salzburg-Rosenheim-Kufstein die ÖBB und Westbahn zu Einschränkungen, Schienenersatzverkehren und Umleitungen.
Die Arbeiten der Deutschen Bahn sind in zwei Baustellenbereiche und zwei unterschiedlich lange Sperren eingeteilt, einmal neun Tage, einmal 16 Tage. Im ersten Baustellenbereich zwischen Salzburg und Übersee ist die Strecke vom 2. August bis einschließlich 10. August komplett gesperrt. Die ÖBB leiten in diesem Zeitraum alle Railjet-Züge zwischen Wien und München über Passau um, die Fahrzeit verlängert sich um bis zu einer Stunde. Alle Direktzüge von Salzburg Hauptbahnhof nach München und retour fallen aus. „Fahrgäste haben die Möglichkeit, einen Schienenersatzverkehr nach Übersee zu nutzen, wo ein Umstieg erforderlich ist“, so ein ÖBB-Sprecher.
Reparaturen vor großer Umleitung 2026
Die DB InfraGO bündelt entlang der Strecken München-Rosenheim-Salzburg beziehungsweise Kufstein mehrere wichtige Baumaßnahmen. So werden unter anderem zwischen Prien und Übersee die Oberleitung, die Eisenbahnüberführung Rothgraben und ein Durchlass bei Teisendorf erneuert. Zudem tauscht die DB InfraGO Schwellen bei Übersee sowie Schienen bei Rumgraben und Teisendorf aus. Auch findet eine aufwendige Untergrundsanierung zwischen Teisendorf und Freilassing statt.
Zudem sind aufwendige Signalarbeiten geplant. Mit den Arbeiten will die DB die Stabilität des Zugverkehrs auf den Strecken verbessern. Die Infrastruktur auf den Strecken ist stark beansprucht und anfällig für Störungen. Dies verursacht viele Verspätungen. Zudem werden im kommenden Jahr während der Generalsanierung der Strecke Nürnberg-Regensburg-Passau Züge über die Verbindung umgeleitet. Die aktuell teilweise überalterte Infrastruktur würde dies nicht zuverlässig bewerkstelligen können.
„Wir setzen alles daran, die Arbeiten bestmöglich zu bündeln und Einschränkungen in Zeiträume zu legen, in denen weniger Menschen unterwegs sind: also beispielsweise Ferien, Nächte und Wochenenden, in denen keine Pendler und Schüler betroffen sind. Dennoch lassen sich nicht alle Vorhaben beliebig bündeln oder flexibel eintakten – etwa weil sie längere Zeit dauern, nicht gleichzeitig durchgeführt werden können oder zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt erfolgen müssen“, so eine Sprecherin der Deutschen Bahn.
Die Westbahn ist von der DB-Sperre ebenfalls betroffen, die Züge nach München und Stuttgart werden bis einschließlich 10. August ab Wels über Passau umgeleitet. „Bei den Zügen nach Deutschland entfallen dadurch folgende Halte: Attnang-Puchheim, Vöcklabruck, Salzburg, Rosenheim und München Ost“, so ein Westbahn-Sprecher. Neu ist, dass Fahrgäste auch in Passau ein- und aussteigen können, Tickets dafür können ausschließlich an Bord gekauft werden. Die Fahrzeit verlängert sich durch die Umleitung um 10 bis 40 Minuten.
2. Abschnitt: Rosenheim-Kufstein
Im zweiten Baustellenbereich ist die Strecke von Rosenheim bis Kufstein betroffen sowie auf italienischer Seite der Bahnhof Brenner, und zwar vom 11. bis einschließlich 17. August 2025. Dadurch kommt es im Fernverkehr der ÖBB zu Einschränkungen, Umleitungen und Schienenersatzverkehren. Betroffen sind insbesondere Verbindungen zwischen Salzburg, Innsbruck, Bregenz/Zürich und München. ÖBB-Fernverkehrszüge von München über Innsbruck nach Italien und retour fallen aus; zwischen Innsbruck und Kufstein werden Ersatzzüge angeboten. Im Nahverkehr zwischen Rosenheim und Kufstein wird ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. „Einzelne Railjets der Brennerstrecke werden von München über Salzburg und Villach großräumig umgeleitet (München – Bologna/ Ancona/ Venedig)“, so ein ÖBB-Sprecher.
Die Westbahn ist von dieser Sperre mit ihren Verbindungen nach Innsbruck und Bregenz betroffen, „die Strecke zwischen Salzburg und Tirol wird mit Bussen bedient“. Die BRB hat auf ihrer Website noch keine entsprechenden Hinweise wegen der Sperre veröffentlicht.
