Der Verein „Schöner zum See“ setzt als endgültige Lösung für den Bahnhof See auf sein Konzept „Erneuern und Bewahren“, will aber Zwischenlösungen für einen Fahrstuhl und Bahnsteigdächer initiieren. Vorschläge legte dritte Bürgermeisterin Iris Ziebart bei der Jahresversammlung des Vereins vor.
Starnberg – Ein Aufzug an der Treppe zu den Bahnsteigen und eine Übergangslösung für die Bahnsteigdächer könnte nach Vorstellung des Vereins „Schöner zum See“ (SzS) die Zustände am Starnberger Bahnhof See provisorisch verbessern, bis der Bahnhof endgültig ausgebaut ist – wie auch immer der laufende Streit zwischen Stadt und Bahn zur Seeanbindung ausgeht. Die Bahn solle, so der Vorschlag von dritter Bürgermeisterin Iris Ziebart, lediglich zustimmen, aber nichts bezahlen. In zeitlich begrenzte Lösungen dürfe sie nach den Konzern-Regeln gar nicht investieren. Bei der Jahresversammlung des Vereins am Mittwochabend stellte sie Ideen dafür vor und eine Spendenaktion in den Raum.
Ungeachtet der aktuellen Lage zwischen Bahn und Stadt ist für den Verein klar, dass bis zu einem endgültigen Ausbau des Haltepunkts acht bis zehn Jahre vergehen werden. Das bestätigte auch Bürgermeisterin Eva John in der Versammlung. Selbst wenn die Bahn ihre Vorstellungen umsetzt, muss sie erst einmal planen, ein langes Genehmigungsverfahren durchlaufen und bauen. Solange, fürchtet der Verein, würde sich nichts ändern. Iris Ziebart hat sich umgeschaut und regt den Einbau einer Art Treppenlift an, wie man ihn auch an vielen Museen finde. Im Prinzip geht es um eine Plattform, die sich am Treppenrand nach oben und unten bewegt. „Es ist Platz, das einzubauen“, sagte sie, die Treppen zu den Bahnsteigen seien breit genug. Solche Systeme gebe es, die Kosten lägen bei etwa 23 000 Euro. Die Bahn müsste nur zustimmen; darum will sich der Verein kümmern, der glaubt, dabei vielleicht bessere Chancen für Gespräche mit dem Konzern zu haben als die Stadt. Die Finanzierung könnte über Spenden erfolgen.
Es sind aber noch einige Fragen zu klären, auch der Haftung. Kabinenaufzüge hält Ziebart übergangsweise für nicht machbar, da für deren Einbau ein Planfeststellungsbeschluss erforderlich wäre –und dieses Verfahren dauert Jahre. Mit einem Kollegen hat Architektin Ziebart auch die Bahnsteigdächer unter die Lupe genommen. Nicht alle gusseisernen Stützen seien marode, es gebe Möglichkeiten zur Sanierung. Eine Bedachung auf Bahnsteiglänge sei nicht erforderlich, der Mittelteil über den Treppenaufgängen reiche aus. Der Stadtrat habe bereits Zwischenlösungen grundsätzlich für sinnvoll erachtet; Ziebart sieht die Vorschläge als mögliche Übergangslösungen: „Es ist klug, das jetzt anzugehen.“
Verein lehnt mögliches Abstellgleis strikt ab
Der Verein mit mehr als 540 Mitgliedern setzt weiter auf sein Konzept „Erneuern und Bewahren“, das eine Beibehaltung der heutigen Bahnsteige vorsieht. Da es keine gravierenden Änderungen gebe, wären nach Ansicht des Vorstands keine Lärmschutzmaßnahmen – es geht vor allem um Schutzwände – erforderlich. Ganz sicher könne man sich da aber nicht sein, sagte Vorsitzender Maximilian Ardelt. Die derzeit von einer Stadtratsmehrheit möglicherweise akzeptierte Variante 1 aus dem Mediationsverfahren lehnt der Verein ab – sie sieht laut Ardelt ein Abstellgleis zwischen Undosa und heutigen Bahnsteigen vor und einen neuen Haltepunkt nördlich des heutigen. Auf dem Abstellgleis stünden Züge genau vorm See, nachts oder am frühen Morgen könne es bei stehenden Zügen zu Lärmbelästigungen kommen. Ein Abstellgleis dort stieß bei den Mitgliedern und beim Vorstand auf strikte Ablehnung. Der Vorstand wurde aufgefordert, mehr zur Information der Bevölkerung über diese im Raum stehende Lösung zu tun. SzS will wieder aktiver werden, auch im Wahlkampf mit den Gruppierungen WPS und BMS sowie mit Veranstaltungen. Er will auch die Bürgerversammlung für Anfragen nutzen.
Am Vorstand hat sich bei den Neuwahlen nichts geändert: Maximilian Ardelt bleibt Vorsitzender, Dr. Günther Krawitz zweiter Vorsitzender und Thomas Ammerschläger Schatzmeister. Neu dabei ist Michael Schildbach als Schriftführer.