VonKathrin Hauserschließen
Wegen Mängeln an den Gleisen ist die Bahnstrecke zwischen Peißenberg und Schongau derzeit gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet, doch die Busse fahren – zum Ärgernis der Bahnreisenden – nur selten, wie beim Besuch des Peißenberger Bahnhofes zu erleben war.
Peißenberg – Es ist sehr ruhig an diesem Dienstagvormittag gegen 11.15 Uhr. Ein weiß-gelb-blauer Zug der „Bayerischen Regiobahn“ (BRB) steht auf Gleis Eins am Peißenberger Bahnhof und wartet. Der Bahnsteig ist fast menschenleer. Nur ein Pärchen steht da. Ansonsten ist es still an diesem heißen Morgen. Die Luft flirrt vor Hitze über dem Asphalt.
Seit Mittwochabend steht hier ständig ein Zug und wartet. Seitdem ist die Bahnstrecke von Peißenberg nach Schongau gesperrt. Die Züge aus Richtung Augsburg und Weilheim enden hier in der Marktgemeinde. Als Grund für die Sperrung, die noch bis Freitag andauert, hat die BRB Gleisverwerfungen genannt. Das bedeutet, wie BRB-Sprecherin Sabine Flossmann am Freitag gegenüber dieser Zeitung sagte, dass die Gleise nicht so liegen, wie sie sollten. Derzeit werden die Gleise auf dieser Strecke noch überprüft. Aus diesem Grund ist die Strecke zwischen Peißenberg und Schongau auf alle Fälle noch bis mindestens 22. Juli gesperrt. Es wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, doch diese fahren in der Regel nicht zuverlässig.
Auf dem Bahnsteig läuft in einer Anzeigetafel ein Spruchband durch: „Dieser Zug endet hier – Streckensperrung bis einschließlich 22. 7.“ Ein Ersatzverkehr werde eingerichtet, heißt es auf dem Band. Inzwischen ist es 11.30 Uhr. Auf Gleis Zwei fährt ein Zug ein. Plötzlich herrscht Bewegung auf dem Bahnsteig. Es sind einige Reisende ausgestiegen. Die meisten von ihnen würden normalerweise im Zug sitzen bleiben und nach Hohenpeißenberg, Peiting und Schongau weiterfahren. Doch in diesen Tagen ist Endstation in Peißenberg. Rollkoffer rattern über den Bahnsteig. Die Reisenden müssen ein Gleis queren, um zum Bahnhof zu gelangen. Plötzlich hupt es markerschütternd laut. Eine Frau schreit: „Stehenbleiben!“ Der Zug, der auf Gleis Eins gewartet hat, setzt sich in Bewegung in Richtung Weilheim. Nachdem dieser passiert hat, setzen die Reisenden ihren Weg fort.
Ein paar schauen sich suchend um, einige wissen schon, dass sie auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf den Bus warten müssen, der sie in Richtung Schongau fährt. „Wenigstens warten wir im Schatten“, sagt eine Frau. Auch dort ist es heiß. Sie seien im Zug darüber informiert worden, dass in Peißenberg Endstation sei, dass es aber dann mit Bussen weitergehen solle, erzählt eine andere Frau. Ein Mann sagt, dass es angeblich nur eine Viertelstunde dauern soll, bis der Bus fahre. Doch die meisten, die hier warten, glauben das nicht. Sie haben zu oft und zu lange auf den Bus gewartet, der weiter fahren sollte und dann nicht oder viel zu spät kam. „Das kann länger dauern“, sagt eine Frau. Sie erzählt, dass es ihr schon zwei Mal passiert sei, dass der Busfahrer erst einmal Pause machen musste, nachdem der Bus dann endlich aufgetaucht sei. Am Freitag sei sie eineinhalb Stunden zu spät am Ziel angekommen.
„Ich habe schon vier Fahrten hinter mir und es war nur Chaos“, sagt Claudia Vaih, die regelmäßig zwischen Schongau und München pendelt, weil sie in der Landeshauptstadt arbeitet. Meist gebe es keine Informationen in den Zügen, oft würden die Anschlüsse nicht erreicht. Peter Kraus ist auch auf den Zug angewiesen und hat schon einiges erlebt und vor allem viel gewartet. „Da hat kein Chef Verständnis für sowas“, sagt er.
„Kommt der Bus nach Schongau hierher?“, fragt eine Frau die Gruppe und stellt sich zu den Wartenden. Inzwischen ist es 12.15 Uhr und noch immer ist kein Bus zu sehen.
