Eine nette Idee: Kinder sagen an, welche Bus-Haltestelle als nächstes folgt. Vorgestellt wurde dies bei einer Rundfahrt in Penzberg.
Penzberg – „Nächster Halt: ESV-Platz“. Oder: „Nächster Halt: Krankenhaus“. Wer in Penzberg in den Stadtbus einsteigt, der bekommt die Haltestellen nicht von einer unpersönlichen Computerstimme angesagt, sondern von Kindern. In Kooperation mit Radio Oberland hat der RVO 400 Haltestellen von 40 Buslinien in den Landkreisen Weilheim-Schongau, Bad Tölz-Wolfratshausen und Garmisch-Partenkirchen von Kindern ansagen lassen. „Die Kinder sind ab sofort in 100 Bussen zu hören“, sagte Ralf Kreutzer. Der RVO-Niederlassungsleiter unternahm eine Bustour durch Penzberg, um das neue Ansage-Konzept und die Kinder, die es gesprochen haben, der Öffentlichkeit vorzustellen. Mit dabei waren auch zwei Kinder aus dem Landkreis Weilheim-Schongau.
Die achtjährige Emily aus Oberhausen war eines von zehn Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren, die im Studio des Radiosenders die Ansage von jeweils rund 40 Haltestellen sprechen durften. „Das hat mir Spaß gemacht. Und es ist ja auch etwas Besonderes“, fand das Mädchen.
Auch Soraya aus Peiting (9) hat mitgemacht. Ab sofort ist ihre helle Stimme unter anderem kurz vor der Penzberger Haltestelle „Friedhof“ zu hören. Insgesamt haben sich laut Theresa Pritschow, Moderatorin des Senders, 30 Kinder aus der Region um eine Sprechrolle beworben. Eine Jury, bestehend aus Tourismusvertretern und RVO-Mitarbeitern sowie der Penzberger Bürgermeisterin Elke Zehetner, wählte daraus zehn Kinder aus. „Die Stimme musste originell sein und deutlich als kindliche Stimme zu erkennen sein“, erläuterte Zehetner die Auswahlkriterien. Bairischer Dialekt war durchaus erwünscht.
Soraya war beim Casting und der Aufnahme selbst ganz schön aufgeregt, wie sie zugibt. „Aber ich hatte ja mein Kuscheltier mitgenommen.“ Der Elch habe ihr Mut gemacht. Und ein Sprechtraining gab’s vor der Aufnahme auch noch.
Die Idee für das Projekt entstand laut Kreutzer aus dem Wunsch des RVO, „neue pfiffige Ideen“ zu finden. „Und Kinder sind immer gut“, so Kreutzer. Zeitlich befristet werden die Kinderstimmen-Ansagen nicht. „Daran wollen wir nichts ändern.“ Er ist jetzt gespannt, wie die jungen Ansager bei den Fahrgästen ankommen.
fn