Er soll einmal zwei Personen gleichzeitig oder ein ganzes Boot aus dem Wasser ziehen können: Bei der Moosburger Wasserwacht wird derzeit ein Wasserrettungshund ausgebildet. Wir waren beim Training dabei.
Moosburg – Der Aquapark Moosburg ist ein beliebter Ort für alle, die den Sommer über nicht wegfahren. Entsprechend seiner Beliebtheit ist hier auch die Wasserwacht vertreten, die ein Auge darauf hat, dass niemandem beim Badespaß etwas passiert. Das Erste was man sieht, wenn man sich dem Häuschen am See nähert, ist jedoch kein auf Wasserrettung spezialisierter Sanitäter. Nein, mit freundlichem Gesicht wird man zuerst von Balu begrüßt – einem knapp einjährigen schwarzen Labrador. Doch auch Balu gehört zum Team: Er ist Moosburgs Wasserrettungshund, momentan mitten in der Ausbildung.
Das Training des jungen Hundes übernimmt Herrchen Robert Gabriel (51). Dass Balu ein Lebensretter wird, war eigentlich eher Zufall. Gabriels Frau hatte immer Hunde, die beiden spielten schon länger mit dem Gedanken, sich einen Vierbeiner in die Familie zu holen. Eines stand dabei von Anfang an fest: Der Hund muss an Robert Gabriels Leidenschaft, der Mitgliedschaft in der Moosburger Wasserwacht, teilhaben.
Bei seiner Recherche entstand der Kontakt zu Marco Greiner von der Kreiswasserwacht Augsburg. Auch er bildet Wasserrettungshunde aus, verbindet Spaß und Spiel mit dem Retten von Leben. Die beiden trafen eine Abmachung: Sobald Robert Gabriels Hund aus dem gröbsten Welpenalter raus ist, bekommt Gabriel von den Augsburger Kollegen jede Unterstützung die nötig ist, um den Hund zu einem Lebensretter im Wasser zu machen.
Balu hat bereits eine eigene Fangemeinde am Aquapark
Nun fehlte nur noch eines, um den Plan des Moosburgers in die Tat umzusetzen: ein Welpe. Wiederum durch Zufall fand die Familie eine Anzeige im Internet, eine Labradorzucht, die sich gerade über ihren ersten Wurf freuen konnte. Diese Rasse ist für Gabriels Liebe zum Wasser optimal. Theoretisch kann jeder Hund, der mehr als 25 Kilo wiegt, zum Wasserrettungshund werden. Die Rasse des Labradors ist jedoch speziell für die Arbeit am Wasser gezüchtet – wo kein Wasser ist, ist auch kein Labrador.
So fügten sich die Zufälle. Heute stecken Robert Gabriel und sein Balu mitten in der Ausbildung. Per Video halten die beiden ihre Erfolge fest, schicken die Aufnahmen nach Augsburg und bekommen von dort das Feedback von Experten. So vermeidet Gabriel, dass sein Vierbeiner unabsichtlich falsche Verhaltensweisen erlernt.
Doch wie reagieren die Moosburger Badegäste auf den Zuwachs im Rettungsteam? Hier teilen sich die Meinungen. Einige wenige reagieren dem Hund gegenüber verhalten, wissen nicht, was ein Vierbeiner in einem Badesee zu suchen hat. Doch insgesamt ist die Freude über Balu groß: „Wir haben schon einen kleinen Fanclub“, sagt sein Herrchen. „Wenn die Badegäste sehen, dass wir anfangen zu üben, schauen sie uns zu. Der Platz rund um die Hütte ist von Balus Fangemeinde besetzt.“
Wasserrettungshunde: Öffentliche Vorführung am 27. Juli am Aquapark
Das Training stellt man sich hart vor. Doch im Mittelpunkt stehen Spiel und Spaß. Hundespielzeug apportieren, ruhig ins Wasser gehen oder Ausdauertraining – Balu soll Vertrauen zu seinem Herrchen und zum Wasser aufbauen.
Ist die Ausbildung, die insgesamt rund zwei Jahre dauert, abgeschlossen, so ist Balu ein Rettungsexperte. Gemeinsam mit seinem Partner Robert Gabriel ist er nach seiner Ausbildung in der Lage, zwei Personen auf einmal zu retten oder sogar Boote mit einem Gewicht bis zu 1,5 Tonnen aus dem Wasser zu ziehen.
Um die Moosburger ebenfalls auf den Hund zu bringen, findet am 27. Juli am Aquapark eine große Vorführung rund ums Thema Wasserrettungshunde statt. Vier Teams aus Augsburg und eventuell München werden diverse Rettungen simulieren. So wird auch der skeptischste Moosburger noch davon überzeugt werden: Balu ist eine Bereicherung auf vier Beinen.
Pascale Fuchs
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