VonIngrid Zeilingerschließen
Die Stadt soll Stück für Stück barrierefrei werden. Ob Parkplätze, Bushaltestellen, Ampeln oder Gastronomie: All das umfasst das Konzept „ffb barrierefrei“. Man ist auf einem guten Weg, würde aber gerne noch schneller die Busstopps umrüsten.
Fürstenfeldbruck – Ziel des Konzepts „ffb barrierefrei“, das 2015 auf Antrag der SPD beschlossen wurde, ist es, Brucker Standards zur Barrierefreiheit zu entwickeln. Dabei orientiere man sich an DIN-Normen und Empfehlungen, berichtete die zuständige Sachbearbeiterin Doreen Höltl im Stadtrat. Es geht um Gehwegabsenkungen, Ampelanlagen, Querungshilfen und mehr. Auch Gebäude werden hinsichtlich ihrer Barrierefreiheit geprüft. Vieles erfolgt in Abstimmung mit dem Behinderten- und Seniorenbeirat sowie Behörden und betroffenen Grundbesitzern. Und auch im Gastroführer können Gaststätten angeben, ob sie behindertengerecht ausgestattet sind – allerdings auf freiwilliger Basis.
Alle Haltestellen barrierefrei?
Vorrangiges Projekt sind die Bushaltestellen. Zwei pro Jahr werden umgerüstet – der Bordstein wird so weit erhöht, dass die Fahrgäste ohne Stufe einsteigen können. Der noch in der Verwaltung liegende Antrag, auf vier im Jahr zu erhöhen, renne offene Türen ein. „Wir können uns das personell leisten“, verspricht Höltl. Zumal aufgrund des Nahverkehrsplans eigentlich bis 2022 alle Bushaltestellen barrierefrei sein sollten. Doch das ist nicht machbar, einige können mit entsprechender Begründung nach hinten verschoben werden, erklärte eine Mitarbeiterin der ÖPNV-Stabstelle des Landratsamts.
Kein Platz wegen der vielen Busse
Schwierigkeiten gibt es dagegen beim Busbahnhof Fürstenfeldbruck. Eigentlich sollte im östlichen Bereich der barrierefreie Zugang entstehen. Doch aufgrund der vielen Busse ist dort kein Platz. Denn dort stehen die Busfahrer in ihrer Pause. „Das Problem ist auf dem bestehenden Platz nicht zu lösen“, sagte Höltl. Und auch in geraumer Zeit nicht. Denn die Stadt nimmt Fördermittel in Anspruch und ist bis 2029 an die Planung gebunden. „Es ist keine Änderung möglich.“ Man überlege daher bereits, ob man den P&R-Platz der Bahn mitnutzen könne. „Es ist erschreckend, wenn Fördergelder uns an diesem Bahnhof aufhalten“, sagte Dritte Bürgermeisterin Karin Geißler (Grüne). „Der Busbahnhof ist eine komplette Katastrophe, der gehört überplant und umgebaut.“
Lichtspielhaus und Bahnhof Buchenau
Aber es gibt auch Erfolgsmeldungen: So wurde das Lichtspielhaus barrierefrei umgebaut, und auch die Unterführung an der Dachauer Straße ist in Arbeit. Am Bahnhof Buchenau baut die Bahn bereits – und es gibt erste Klagen, dass nicht alles so barrierefrei ist wie gewünscht. „Wir versuchen, es zu richten“, so Höltl.
Ein Gesamtkonzept mit Leitlinien und Maßnahmen zur Barrierefreiheit werde es nicht geben, betonte Höltl. Der Grund ist einleuchtend: Die Vorschriften ändern sich zu oft. Aber auch ohne diese Vorgabe werde man das Thema weiter vorantreiben, gerne auch mit Anregungen aus dem Stadtrat – ein Angebot, das Alexa Zierl (Die Partei/Bruck mit Zukunft) gleich aufgriff und einen Besuch ankündigte. Sie regte an, künftig auf Kopfsteinpflaster und Gehwegabsenkungen zu verzichten. Angesichts der älter und fitter werdenden Gesellschaft müsse man die Stadt umbauen, meinte Jan Halbauer (Grüne). „Wir sollten auch in das Thema leichte Sprache mehr Energie stecken.“ Philipp Heimerl (SPD) regte an, wie bei der Umrüstung auf LED künftig im Haushalt einen Extraposten für den barrierefreien Ausbau zu schaffen.
