VonChristina Jachert-Maierschließen
10.000 Euro Pacht jeden Monat, und jetzt noch teure Umbau- und Brandschutzmaßnahmen: Der Bund der Steuerzahler hakt immer wieder wegen des Tegernseer Bastenhauses nach.
Tegernsee – Seit nun zwei Jahren zahlt das Landratsamt Miesbach 10.000 Euro Pacht pro Monat für das ehemalige Hotel Bastenhaus in Tegernsee. Um es endlich als Flüchtlingsheim nutzen zu können, müssen die Behörden kräftig für Umbau und Brandschutz investieren. Auf 275.000 Euro sind die Kosten taxiert. Es könnte auch noch mehr werden. „Insgesamt haben wir bei unseren anderen Bauprojekten eine generelle Kostensteigerung feststellen müssen, die daraus resultiert, dass die Auftragslage im Baugewerbe im Landkreis Miesbach ausgezeichnet ist“, erklärt Birger Nemitz als Sprecher des Landratsamtes. Genaueres lasse sich erst sagen, wenn die Gewerke für den Umbau vergeben sind. Sie werden erst ausgeschrieben. Wann die ersten Flüchtlinge einziehen, ist weiter offen.
Die hohen Kosten haben auch den Bund der Steuerzahler auf den Plan gerufen. Bezüglich des Bastenhauses gebe es seit mehr als einem Jahr immer wieder mal einen Schriftwechsel, berichtet Nemitz. Dies resultiere daraus, dass sich regelmäßig Bürger an den Bund wenden. Dieser gebe die Anfragen dann anonymisiert an die Behörden weiter. Zum Beispiel hätten es Bürger als „pikant“ bezeichnet, dass das Staatliche Bauamt die Baugenehmigung für das Bastenhaus überprüfe. Dies sei aber ein normaler Ablauf der Verwaltung.
Was den Finanzbedarf betrifft, geht das Landratsamt weiterhin von einem guten Kosten-/Nutzenverhältnis aus. Wie berichtet, sollen im Bastenhaus 40 bis 60 Geflüchtete unterkommen, wobei die Zahl von der endgültigen Raumaufteilung abhängt. Ziel des Landkreises ist es, Bewohner von angemieteten Containern ins Bastenhaus umzusiedeln.
