Hallenbad reagiert auf aktuelle Energiekrise

Um teures Gas zu sparen: Batusa senkt Becken-Temperatur um 2,5 Grad

+
Spürbare Gas-Krise: Batusa-Mitarbeiter Dennis Penalva misst derzeit „nur“ 27,5 bis 28,3 Grad im großen Becken. Um teures Gas zu sparen, senkte das Hallenbad die Temperaturen um bis zu 2,5 Grad.
  • schließen

Putins Krieg in der Ukraine ist im Holzkirchner Hallenbad angekommen. Um teures Erdgas zu sparen, senkte das Batusa die Wassertemperaturen um 2,5 Grad. Dass das Wasser nicht mehr so kuschelig ist wie gewohnt, lässt Familien und Stammgäste frösteln. Eine andere Gruppe dagegen fühlt sich im kühleren Nass sogar wohler.

Holzkirchen – „Da ist ja der Kirchsee wärmer.“ Solche Kommentare bekommt Dennis Penalva, Fachangestellter für Bäderbetriebe, seit Anfang Juli öfter zu hören, wenn Badegäste beim ersten Eintauchen zusammenzucken. Der Batusa-Mitarbeiter erklärt dann gerne die Ursache. Da das von den Gemeindewerken betriebene Schwimmbad von Gas beheizt wird und das in der Folge des Kriegs in der Ukraine immer knapper und teurer wird, hat das Batusa auf Sparflamme geschaltet. Um bis zu 2,5 Grad ist es frischer geworden in den Becken.

Frieren jedoch muss niemand. Das große Schwimmbecken kommt immer noch auf 27,5 bis 28,3 Grad, im Außenbecken sind es sogar 30,6 Grad (statt 33 Grad vorher). Unangetastet blieb das kleine Kinderbecken (34 Grad). „Die zweieinhalb Grad spürt man schon“, sagt Penalva. Im Außenbecken derzeit weniger, wo die aktuelle Hitze dämpfend wirkt. „Aber Kinder im großen Becken, die frieren jetzt schon mal.“ Auch ältere Stammgäste fragen öfter nach, ob denn die Heizung ausgefallen sei. „Wir erklären das dann und die allermeisten verstehen das“, sagt Penalva. Nur ein oder zwei Fröstelnde hätten angekündigt, sich künftig andere Becken zu suchen.

Bald soll Geothermie-Fernwärme das Gas ersetzen

Wärmeres Wasser ist aktuell aber nicht leicht zu finden. „Batusa-Schwimmer sind etwa verwöhnt“, glaubt Penalva. Die Münchner Schwimmbäder etwa seien immer schon deutlich kälter. Gerade Familien habe das „warme“ Batusa deswegen aus der ganzen Region angelockt. „Gefühlt ist seit der Absenkung weniger los im Bad“, glaubt Penalva. Den freien Platz und das kältere Wasser wüssten dagegen Sportschwimmer zu schätzen, dennen es ohnehin warm wird, wenn sie ihre „30 oder 40 Bahnen runterreißen“.

Zweifach hängt das Batusa am Gas. Zum einen gibt es eigene Gas-Kessel, zum anderen liefert das benachbarte Blockheizkraftwerk (BHKW) gasbefeuerte Energie. „Wir sind dran, auf unsere Geothermie umzuschalten“, sagt Albert Götz, Geschäftsführer der Gemeindewerke, auf Anfrage. Doch dafür fehlt noch eine letzte Verbindung der Fernwärmenetze – wenige hundert Meter unter den Bahnbrücken in der Erlkamer Straße.

Im Batusa läuft derweilen der Countdown zur Sommerpause. Nach dem Feiertag am 15. August wird das Bad bis 5. September für Revisionsarbeiten geschlossen. „Wir sind dazu verpflichtet, einmal im Jahr alles zu checken und gründlich zu säubern“, betont Penalva. Die Pause in den Ferien sei bewusst gewählt, sagt Götz. „Wenn’s Wetter passt, gibt es Bade-Alternativen an Seen.“ Zudem wolle man rechtzeitig für den Schulsport wieder öffnen.

Das teure Gas wird im Batusa wohl nicht nur das Wasser kälter, sondern bald auch den Eintritt kostspieliger machen. Zwei Stunden Badezeit kosten aktuell fünf Euro (ermäßigt drei Euro), jede halbe Stunde dazu einen Euro extra. Nach den Corona-Zwangsschließungen, der aktuellen Gaspreis-Explosion und einigen Technik-Nachrüstung „müssen wir aus unserer Sicht am Preis was tun“, kündigt Götz an. Entscheiden muss dies aber der Aufsichtsrat der Werke, sprich: Bürgermeister und Gemeinderäte.

Und was den Kirchsee betrifft: Wer mit dem Auto kommt, muss auch dort zahlen. Und die Wassertemperatur liegt aktuell (19. Juli) bei 21 bis 22 Grad – mindestens fünf Grad frischer als im Batusa.

Wie andere Bäder im Landkreis auf die Gaskrise reagieren, lesen Sie hier.

Weitere Infos zum Thema finden Sie hier.

Kommentare