Beim geplanten Bau einer Asylunterkunft am Partnachplatz gab es keine Einigung über den Mietvertrag. Im Bezirksausschuss ist man sich uneins über die gescheiterte Unterkunft.
Der Plan, in einer Unterkunft am Partnachplatz rund 200 Geflüchtete aufzunehmen, ist geplatzt. Wie berichtet, konnten sich Stadt und Eigentümer nicht auf einen Mietvertrag für das ehemalige Schwesternwohnheim in der Albert-Roßhaupter-Straße 65 einigen. Erst spät bekannt gewordenen Forderungen des Vermieters habe nicht entsprochen werden können, teilt das Sozialreferat auf Anfrage mit. Im Bezirksausschuss (BA) Sendling-Westpark sind die Reaktionen gemischt.
CSU-Fraktionssprecher: gute und vernünftige Entscheidung
Von einer „guten und in der Sache vernünftigen Entscheidung des Vermieters und der LHM“ spricht CSU-Fraktionssprecher Alfred Nagel. An einer exponierten Stelle wie dem Partnachplatz hätte die vorerst für zehn Jahre vorgesehene Unterkunft „sicherlich immer wieder zu Problemen geführt“, glaubt er. Es gebe eine „bessere Nutzung“ für das siebenstöckige Gebäude.
BA-Chef Günter Keller (SPD) betont dagegen, dass der Stadt von der Regierung von Oberbayern nun mal auch künftig Geflüchtete zugewiesen würden. Sie aus Mangel an Alternativen längerfristig in provisorischen Leichtbauhallen einzuquartieren, wie in der Hansa- und der Gerty-Spies-Straße, sei „keine menschenwürdige“ Unterbringung. Keller ist wichtig, dass weder eine Gegenkundgebung der AfD noch die „Überreaktion einzelner Anwohner“ für das Scheitern der Unterkunft in der Albert-Roßhaupter-Straße verantwortlich sei. Die Stadt könne neue Standorte schlicht nicht zu allen Bedingungen anmieten.
Grüne zeigen sich enttäuscht
Enttäuscht über die auf der Zielgerade gescheiterten Verhandlungen – die Unterkunft hätte eigentlich schon im ersten Quartal 2025 bezogen werden sollen – sind die Grünen. Man stehe „zur humanitären Verpflichtung, Menschen, die vor Krieg und Terrorismus aus ihren Heimatländern fliehen, Schutz zu gewähren“, so Fraktionssprecherin Maria Hemmerlein. Flucht und Vertreibung seien kein vorübergehendes Phänomen.
Derzeit sind in Sendling-Westpark laut einer Übersicht der Stadt rund 800 Geflüchtete untergebracht, bei etwas mehr als 60 000 Einwohnern. In den nächsten Monaten kommen bis zu 144 Plätze in der Albert-Roßhaupter-Straße 22 dazu, und das Sozialreferat rechnet mit weiterem Bedarf. Die Taskforce „Unterbringung Flüchtlinge und Wohnungslose“ (UFW) suche grundsätzlich nach Standorten im gesamten Stadtgebiet.