VonAndreas Thiemeschließen
Bayerns größte Hochbaustelle steht in München, doch fertig wird sie seit Jahren nicht. Erst 2026 sollen nun erste Prozesse im neuen Strafjustizzentrum stattfinden. Bereits jetzt sind mehr als 100 Millionen Euro an Mehrkosten aufgelaufen.
München - Das neue Strafjustizzentrum wird sechs Jahre später fertig als ursprünglich geplant – mindestens. Das ist die bittere Bilanz von Bayerns größter Hochbaumaßnahme, die laut Bauministerium nun erst 2026 betriebsbereit wird. 305 Millionen Euro hatte der Landtag im Jahr 2018 für das Mega-Projekt bewilligt, bis 2023 betrugen die Kosten dann schon 397,15 Millionen Euro. Da ging der Landtag allerdings noch von der Fertigstellung bis 2024 aus. Mittlerweile sind über 100 Million Euro an Mehrkosten aufgelaufen.
Jahrelange Verzögerung: Erst 2026 sollen erste Prozesse im neuen Strafjustizzentrum stattfinden
„Der Neubau des Strafjustizzentrums am Leonrodplatz befindet sich weiterhin in einem fortgeschrittenen Ausbauzustand“, heißt es vom Ministerium. Derzeit werden der Garten fertiggestellt und die Schreinerarbeiten finalisiert. „Nach der jetzt anstehenden Fertigstellung des Gebäudes erfolgt ein umfangreicher Inbetriebnahmeprozess, um einen störungsfreien Gebäudebetrieb vom ersten Tag an zu gewährleisten.“ Vor allem die Technik muss passen, damit die Gerichtsprozesse 2026 dann stattfinden können.
Inbetriebnahme ist gestartet – doch die Verzögerung müssen Steuerzahler berappen
Die Inbetriebnahmephase beginne überlappend mit der baulichen Fertigstellung. Beide Prozesse seien stark miteinander verzahnt. „In Teilbereichen ist die Inbetriebnahme bereits gestartet, z.B. durch das Befüllen der Heizleitungen und der sukzessive Inbetriebnahme der raumlufttechnischen Anlagen.“ Wie bei Großprojekten üblich müssen Detail und Abläufe – sowie auch der Terminplan bei Umstellungen – „laufend angepasst werden“. Letzteres seit Jahren auf Kosten der Steuerzahlen.
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1300 Justiz-Mitarbeiter ziehen zum Leonrodplatz
Derzeit sei geplant, dass die Möbel für das neue Justizzentrum „ab Frühjahr 2025 installiert werden“. Der Umzug von 1300 Mitarbeitern werde nach der Übergabe des Baus an die Justiz und dem Abschluss von Technik und Ausstattung erfolgen. „sodass Prozesse im Jahr 2026 stattfinden können“.

