Ein komplett neues Konzept

Bayerische Zugspitzbahn: Gastroangebot mit völlig neuem Gesicht

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Modernes Ambiente: Holz und helle Farbe dominieren künftig den Restaurantbereich.
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Die Seilbahn der Zugspitze feiert Eröffnung. Doch die Pläne der Verantwortlichen gehen schon weiter. Denn die Seilbahn ist nur ein Teil des Baustellen-Großprojekts. Auf dem Gipfel wird zudem die Gastronomie erneuert.

Garmisch-Partenkirchen – Steffen Korff ist müde. Die vergangenen Wochen und Monate haben ihm einiges abverlangt. „Das Ganze kostet eine Unmenge an Kraft“, sagt er. Dann aber erzählt der 52-Jährige, in welches Projekt er so viel Energie steckt – und alle Müdigkeit ist vergessen.

In den nächsten Monaten baut sein Arbeitgeber, die Bayerische Zugspitzbahn (BZB), die Gastronomie auf dem Gipfel um. „Die Gäste werden das Angebot und die Restaurants nicht wiedererkennen“, kündigt Korff an. Er als Leiter dieses Bereichs ist schon jetzt restlos begeistert. Mehr Platz, eine neue Einrichtung, ein komplett neues Konzept erwartet die Besucher ab dem Sommer auf Deutschlands höchstem Berg. Bis dahin müssen Gäste auf die Einkehr am Gipfel verzichten.

„Es wird einfach alles Baustelle da oben“

Während der Bauarbeiten für die neue Seilbahn Zugspitze hat die BZB für die Besucher eine, wie Korff sie nennt, „Not-Gastronomie“ aufrechterhalten: Im Bistro gab es kleine Snacks, Kaffee und Kuchen. Ab 7. Januar ist auch das Bistro geschlossen. „Es wird einfach alles Baustelle da oben“, sagt Vertriebs- und Marketingleiter Klaus Schanda. Bei schöner Witterung öffnen Gastronomie-Chef Korff und sein Team einen kleinen Kiosk im Freien, um einen Imbiss am Gipfel anzubieten. Ansonsten müssen hungrige Zugspitz-Touristen auf das Platt ausweichen. Der Vorteil im Winter: Skifahrer kehren ohnehin am Gletscher ein. Die Sommergäste nutzen schon das neue Angebot. Denn laut Zeitplan ist die Großbaustelle Zugspitze am 1. Juli 2018 abgeschlossen, die neuen Restaurants eröffnen.

Welche Summe die Bahn in Um- und Neubau investiert, sagt Matthias Stauch nicht, das hält der Kaufmännische Vorstand der BZB für unseriös. Denn noch läuft die Ausschreibung für den Innenausbau. Lediglich Küchenplanung und Küchenbau sind abgeschlossen und vergeben. Sorgen wegen der Finanzierung macht sich Stauch nicht. Da hilft, dass das Geschäftsjahr 2016/17 positive Überraschungen bereithalten dürfte. Noch stecken die Finanzexperten mitten im Abschluss, doch es schaut gut aus, sagt Stauch. Besser als erwartet. Das bestätigt ihn einmal mehr im Kurs der BZB: Das Unternehmen rechne konservativ. „Und damit sind wir bislang gut gefahren.“ Also behält er diesen Weg bei. Das bedeutet für die Gastronomie: Mit dem Um- und Ausbau verdoppelt die Bahn zwar fast die Kapazität am Gipfel, mit explodierenden Umsatzzahlen aber rechnet sie nicht.

Ziel ist die Sechs-Millionen-Marke

Im Geschäftsjahr 2015/16 erwirtschaftete die BZB im Bereich der Gastronomie – dazu zählen neben den Zugspitz-Restaurants auch die Cafébar Kandahar 2 an der Kreuzeck-Talstation, die Drehmöser 9 im Skigebiet Garmisch-Classic sowie die Sonnenalm am Wank – 5,8 Millionen Euro. Ziel ist die Sechs-Millionen-Marke.  Stauch würde sie am liebsten schon 2017/18 erreichen: „Die Wünsche eines Kaufmanns.“ Realistisch aber sei 2018/19, das erste Geschäftsjahr, in dem die neuen Restaurants komplett geöffnet sind. Statt der bislang 250 Sitzplätze stehen am Gipfel dann 450 zur Verfügung. Auf der Terrasse finden statt 140 etwa 1000 Gäste Platz. Das stemmt die Zugspitzbahn ohne neues Personal. Gezwungenermaßen.

Sechs bis sieben Köche bräuchte Korff im Optimalfall mehr – nicht erst mit dem neuen Angebot. Stauch würde sie einstellen, sagt er. Aber: „Wir finden keine Leute.“ Aktuell beschäftigt die BZB 70 Mitarbeiter in ihrer Gastronomie. Korff zweifelt nicht daran, dass sie das neue Angebot stemmen. Denn alle Abläufe wurden optimiert, die Arbeitsweise wurde geändert. Vor allem aber rechnen die Verantwortlichen damit, dass sich die Besucher im Sommer verlagern. Vom Zugspitzplatt auf den Gipfel. Ob das Sonnalpin über 2018 hinaus im Sommer genau so intensiv bewirtschaftet wird wie bislang, wird sich zeigen. Doch rechnen Stauch und Co. eher nicht damit.

Fernsehbericht:

Der Nachrichtensender „n-tv“ zeigt am heutigen Mittwoch eine Reportage über den Bau der neuen Seilbahn Zugspitze, die am morgigen Donnerstag eingeweiht wird. Die Reportage beginnt um 19.10 Uhr. Volker Wasmuth und Patrick Zeilhofer haben die Baustelle der Superlative auf der Zugspitze immer wieder besucht.

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