- VonKarlheinz Kasschließen
Große Ehrung der Sport-Stars aus der Region: Bei den Bayerischen Sportpreisen wurden die Sportler aus Bayern ausgezeichnet. Darunter auch Jessica von Bredow-Werndl und Ramona Hofmeister. Auch die Rodler aus dem Berchtesgadener Land hatten etwas zu feiern – und sorgten für einen Gänsehautmoment.
München/Berchtesgaden/Rosenheim – Es war der emotionalste Moment bei der Verleihung der Bayerischen Sportpreise in der BMW-Welt in München am Samstagabend (12. Oktober): Als BR-Moderator Markus Othmer den Rodel-Ex-Bundestrainer Norbert Loch fragte, an wen er in diesem Moment besonders denke, kamen dem die Tränen und die Stimme versagte. „Bisschen schwierig“, sagte er ganz leise, und dann „das ist für die Mama“. Erst war es totenstill im voll besetzten Auditorium, dann folgte prasselnder Beifall. „Meine Mama ist gestern eingeschlafen, die hat den Preis verdient“, ergänzte der 62-Jährige aus dem Berchtesgadener Land, der den Preis für sein Lebenswerk im Rodelsport erhielt.
Norbert Loch führt Schützlinge im Rodeln zu großen Erfolgen
Norbert Loch war 16 Jahre lang Bundestrainer, er galt als der Medaillen-Schmied vom Königssee. 22 Olympische Medaillen und 97 Weltmeisterschafts-Medaillen haben seine Schützlinge in der Zeit eingefahren, sein Sohn Felix allein dreimal Olympisches Gold und 14 WM-Titel. Auch Nathalie Geisenberger hatte Loch zu sechsmaligem Olympia-Gold geführt, ein Grund, warum die Miesbacherin die Laudatio hielt. „Fahrt’s geradeaus runter“, habe er immer gesagt. Norbert Loch sei auch 17 Jahre bayerischer Landestrainer gewesen, es sei beeindruckend gewesen, wie er aus seinen Athleten das Maximum herausgeholt habe. „Nur wer selbst brennt, kann andere begeistern, so war es bei ihm“, sagte Geisenberger.
Familie Loch war 1992 aus Thüringen nach Schönau am Königssee gekommen, der kleine Felix war damals gerade drei Jahre. Kurze Zeit später setzte er den Buben auf einen Schlitten und schickte ihn ein Stück die Bahn am Königssee hinunter. Im Einspieler war zu sehen, wie Felix (35) sich aktuell um das Wohnmobil des Vaters kümmerte. Der sei echter Camper geworden, erst kürzlich mit seiner Maria drei Wochen in Griechenland gewesen. Seit er am 3. März in Ruhestand gegangen ist, habe er mehr Zeit für Tochter Susi und seine insgesamt fünf Enkelkinder. Und Geisenberger verriet auf der Bühne auch, wie Norbert Loch zu seiner Schramme im Gesicht gekommen ist. „Da war ich Schuld, hatte im Kraftraum eine Hantel verloren, die ihn traf“, erklärte die 36-Jährige.
Auch Ramona Hofmeister wurde ausgezeichnet
Das Berchtesgadener Land war im BMW-Auditorium dieses Mal stark vertreten, denn auch die weltbeste Snowboarderin Ramona Hofmeister, erschienen im schwarzen Abendkleid, wurde ausgezeichnet. Sie bekam den begehrten Preis für „ihre rekordträchtige Saison“. Für sie hatten sich die Organisatoren etwas ganz Besonderes einfallen lassen, wählten Hannes Ringlstetter als Laudator aus. Der Kabarettist und Musiker beließ es aber nicht bei Worten, er holte seine Gitarre hervor und gab ein Gstanzl zum Besten, bei dem das Publikum jeweils den Refrain kräftig mitsang. Hier ging es immer um Ramona, was sich jeweils auf Oma, Corona, La Paloma usw. reimte.
Hofmeister hatte heuer alles abgeräumt, holte sich beide Kristallkugeln im Parallel-Slalom und -Riesenslalom und die große Kristallkugel für den Gesamt-Weltcup, den sie bereits zum vierten Mal eroberte. Die Bischofswiesenerin hat damit Sportgeschichte geschrieben. Als der Einspieler über die große Videoleinwand flimmerte, sei sie schon etwas nervös gewesen, gestand sie im Interview auf der Bühne. „Für solche Erfolge muss alles zusammenpassen, der Nervenkitzel blieb ja bis Saisonende“, sagte Hofmeister. Ringlstetter gestand, dass er noch nie auf einem Snowboard gestanden sei, er bewundere aber, was Ramona leistet. „Wenn ich sie gesehen habe, fühlte ich mich hinterher immer etwas fitter“, gestand der Laudator. Markus Othmer würdigte auch das soziale Engagement der Polizistin. Für sie sei es ein Herzenswunsch, bedürftigen Kindern zu helfen, so würden demnächst 120 Weihnachtspäckchen hinausgehen.
Jessica von Bredow-Werndl vom Innenminister geehrt
Gastgeber Joachim Herrmann ließ es sich nicht nehmen, die bayerischen Olympiasieger und Paralympics-Champions persönlich zu ehren. Darunter war auch Jessica von Bredow-Werndl aus Tuntenhausen im Landkreis Rosenheim. „Sie gehören zu den Besten der Besten, sie leben Werte vor aller Welt vor, es ist eine große Ehre, hier für alle bayerischen Sportler zu stehen“, rief Herrmann Bredow-Werndl und Kollegen zu. Ausgezeichnet wurden sie als „Botschafter des bayerischen Sports“. Im Einspieler war die Rede von der „Königin von Versailles“. Herrmann selbst habe einen der beiden Goldritte im Dressur-Viereck vor dem Schloss live miterlebt. Die Olympiasiegerin, im roten Abendkleid erschienen, sprach von einem „unfassbaren Parcours“ und kündigte an, weiter Leistungssport zu betreiben, auch wenn es mit ihrer geliebten Stute Dalera keine Erfolge mehr geben werde. Aber sie sagte auch: „Meine Beziehung zu Dalera wird nie enden!“
Geehrt wurden auch die Paris-Sieger Josia Topf, Oliver Zeidler und Taliso Engel, dazu die U 17-Welt- und Europameister im Fußball mit sechs bayerischen Spielern und Trainer Christian Wück, Rollstuhl-Fechterin Denise Hutter und ARD-Sportmoderatorin Esther Sedlaczek. Den persönlichen Sportpreis des bayerischen Ministerpräsidenten erhielt Sepp Maier. Gemeinsam mit Paul Breitner und „Bulle“ Roth gedachte Maier auf der Bühne dem am 7. Januar verstorbenen Franz Beckenbauer, dessen Leistungen nochmals in einem Filmbeitrag zusammengefasst wurden.
Auch die Biathlon-Stars kamen wie viele andere Sportler
Das Thema Biathlon spielte dieses Mal im Auditorium keine Rolle, wohl aber davor, denn Fritz Fischer hatte in der Aula der BMW-Welt einen Biathlonstand aufgebaut, vor dem sich viel Prominenz tummelte. So waren u.a. Magdalena Neuner (heute Holzer), Jens Steinigen, Markus Wasmeier, Barbara Niedernhuber, Rudi Lochner, Manni Schwabl, Michael Wiesinger und viele andere Sportler vertreten, außerdem MdB Stephan Mayer aus Altötting und Fürstin Gloria von Thurn- und Taxis. Zu einer Schießeinlage konnte Fritz Fischer Magdalena Neuner nicht bewegen, die aber versprach im Januar zum Weltcup wieder nach Ruhpolding zu kommen.

