Tschechien plant mit neuen Atomkraftwerken – und einem neuen Endlager. Erinnerungen an die Atomkatastrophe in Tschernobyl sind immer noch präsent.
Cham – Bereits seit einigen Jahren ist es ein unliebsames Thema für die Menschen in Ostbayern: Tschechiens Suche nach einem Standort für ein Atommüll-Endlager. Dort sollen einmal der radioaktive Abfall und die abgebrannten Brennelemente der Atomkraftwerke landen. Vier Standorte sind derzeit in der engeren Auswahl – und alle liegen nahe an der Grenze zu Bayern.
Tschechiens Atom-Pläne: Anwohner in Bayern mit Sorgen
Ein heißer Kandidat für ein tschechisches Atommüll-Endlager: „Birkenbach“, so der vergebene Name, im Südwesten Tschechiens und etwa 125 Kilometer von Regensburg entfernt. Laut BR eigne sich der Ort, da dort seit Jahren Granit abgebaut werde – ideal, um den giftigen Abfall in 500 Metern Tiefe einzuschließen. Zudem fließe das Grundwasser nur mit geringer Geschwindigkeit. Die anderen Standorte liegen weiter im Süden, nahe an der österreichischen Grenze – und Passau.
Doch die Suche nach dem Atommüll-Endlager-Standort ist nicht das einzige, das die grenznahen Anwohner Bayerns beschäftigt. Für neue Aufregung sorgen dem BR zufolge die Pläne Tschechiens, die Atomenergie weiter auszubauen. Im Rahmen dessen sollen neue, kleinere Meiler gebaut werden – einige davon nahe an der Grenze zu Ostbayern.
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Atom-Pläne Tschechiens in der Kritik – zwischen heute und übermorgen
Wenig überraschend stoßen diese Pläne auf Kritik der bayerischen und tschechischen Anwohner. Protest gibt es unter anderem im Landkreis Cham, seit Jahren laufen dort Demonstranten auch bei Kundgebungen in Tschechien auf. Doch ganz einig ist man sich derzeit unter allen Anwohnern auch nicht – zu sehr sind die Menschen in Sorge ob der Energiekrise und den steigenden Kosten für Strom. Atomenergie hat an Popularität gewonnen, das ist spürbar.
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Und trotzdem: Gegenüber dem BR weist unter anderem auch Bürgermeister Michael Herzog (CSU) aus Bayerisch Eisenstein darauf hin, dass die Sache mit der Atomenergie auch eine für die nachfolgenden Generationen ist – nicht nur für heute. Den Beweis dafür bringen unter anderem Schwammerl und Wildschweine im Bayerischen Wald. Auch heute noch sind sie, 36 Jahre nach der Atom-Katastrophe in Tschernobyl, verstrahlt. (fhz)
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