VonSilke Schederschließen
Das Schnee-Chaos hat im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen ein Menschenleben gefordert: Am Blomberg ist ein Skitourengeher zu Tode gekommen. Ein Experte warnt vor Waldspaziergängen.
+++ Update um 13.04 Uhr am Montag, 7. Januar: Rudolf Plochmann, Leiter der Bayerischen Staatsforsten, rät Erholungssuchenden in den nächsten Tagen von Spaziergängen im Wald ab. Es bestehe Lebensgefahr.
Warnung vor Spaziergängen im Wald: An Nadelbäumen bleibt der extrem schwere Schnee hängen
Die Förster melden erhebliche Schneebruchschäden im gesamten Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Betroffen sind vor allem Nadelbäume, in denen der extrem schwere Nassschnee hängen bleibt. Wann die Wipfel abbrechen, sei nicht berechenbar. "Deshalb kann ich nur jedem davon abraten, in den Wald zu gehen."
+++ Update um 12.14 Uhr am Montag, 7. Januar: Die Polizei Bad Tölz betont: „Dem Verstorbenen darf keinerlei leichtfertiges oder unüberlegtes Verhalten attestiert werden.“ Der Vorfall könne nur als „äußerst tragisch“ bezeichnet werden, auch ein Fremdverschulden sei auszuschließen.
Ursprünglicher Artikel vom Sonntag, 6. Januar:
Wackersberg - Infolge der starken Schneefälle hat am Sonntag ein Tourengeher aus Penzberg am Blomberg sein Leben verloren. Der 44-Jährige wurde gegen 16 Uhr unterhalb der Wackersberger Alm von einem Baum erschlagen.
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Drama am Blomberg: Verunglückter Mann wollte Waldstück durchqueren
Nach Angaben von Olaf Hackstedt von der Tölzer Bergwacht durchquerte der Mann ein Waldstück in Richtung Bergstation, als ihn der Baum traf. Nach Angaben der Polizei war der Baumwipfel einer großen Fichte aufgrund der hohen Schneelast und des herrschenden Windes abgebrochen. Die dabei erlittenen Verletzungen waren unmittelbar tödlich. Nachfolgende Tourengeher versuchten noch erfolglos, den Mann zu reanimieren.
Die Zeugen alarmierten zudem die Bergwacht. Die rund 15 Retter mussten sich zu Fuß zum Unglücksort durchschlagen, da der Rettungshubschrauber wegen des schlechten Wetters nicht fliegen durfte.
Der Einsatz war für die Retter nicht ungefährlich und beschwerlich: „Wir mussten uns den Weg freischneiden“, sagt Einsatzleiter Hackstedt in Anspielung auf 100 Zentimeter Neuschnee und die Gefahr weiterer herabstürzender Äste und Bäume.
Am Unglücksort angekommen, konnte der Bergwachtnotarzt nur noch den Tod des 44-Jährigen feststellen. Der Abtransport erfolgte aufgrund des schlechten Wetters mittels Akia durch die Bergwacht. Die Unfallaufnahme führte ein Polizeibergführer durch. „Fremdverschulden kann ausgeschlossen werden, und auch dem Verstorbenen selbst darf keinerlei leichtfertiges oder unüberlegtes Verhalten attestiert werden. Der Vorfall kann nur als ,äußerst tragisch‘ bezeichnet werden“, so die Tölzer Polizei.
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