München als Austragungsort

Allianz Arena bekommt während Fußball-EM anderen Namen: Weitere Anpassungen am Stadion

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Fußball-Deutschland fiebert dem 14. Juni entgegen. Dann startet die Europameisterschaft in der Allianz Arena. Im Stadion wird sich bis dahin noch so einiges verändern.

München – Im Sommer blicken Fußballfans weltweit nach Deutschland. Vier Wochen lang (14. Juni bis 14. Juli) kämpfen die besten Mannschaften des Kontinents um den Europameistertitel. Im Fokus stehen auch die zehn Spielorte. Da darf die Allianz Arena natürlich nicht fehlen. Im Wohnzimmer des FC Bayern München finden insgesamt sechs Partien statt – darunter das prestigeträchtige Eröffnungsspiel. Um als Austragungsort dabei zu sein, muss das Stadion nicht nur seinen Namen abgeben.

Die Allianz Arena bekommt während der EURO einen neuen Namen. Der Schriftzug wird, wie für die WM 2006, übergangsweise abmontiert.

In der Allianz Arena hat man viel Erfahrung mit Großveranstaltungen – Das ändert sich an der Fassade

Eigentlich ist jedes Spiel, das in Fröttmaning stattfindet, eine Großveranstaltung. Die Heimspiele des FC Bayern sind, seit es das Stadion im Norden von München gibt, praktisch immer ausverkauft. Aktuell strömen regelmäßig 75.000 Menschen in den Fußballtempel. Manchmal wird die Arena jedoch zu einem neutralen Ort. So zum Beispiel bei der WM 2006, dem Champions-League-Finale 2012, dem NFL-Gastspiel 2022 oder nun der EM 2024. Und dann ändert sich dort so einiges.

Angefangen mit dem Hausrecht. Das geht für einige Wochen von der München Stadion GmbH an die UEFA über, wie der FC Bayern auf seiner Website mitteilt. Die unmittelbare Konsequenz: Die Allianz Arena wird für knapp einen Monat zur „Munich Football Arena“. Und auch an der Fassade tut sich etwas. Die beiden Schriftzüge werden, wie schon bei der WM 2006, vorübergehend entfernt. Für das „Finale Dahoam“ im Jahr 2012 wurden sie lediglich durch ein UEFA-Banner verdeckt.

Die Esplanade zwischen der U-Bahn-Station Fröttmaning und der Allianz Arena. Für die EM wird sie zu einem riesigen Sicherheitsring.

Fußball-EM in München: Weniger Zuschauer als gewöhnlich

Eine weitere Änderung werden vor allem die Zuschauer, die eines der begehrten Tickets ergattern konnten, beim Gang ins Stadion bemerken. Auf der Esplanade zwischen U-Bahn und Stadion entsteht ein Sicherheitsring mit insgesamt 120 verschiedenen Einlässen. Das Konzept diene höchsten Sicherheitsstandards, betonen die Verantwortlichen. Um für alle Fälle vorbereitet zu sein, simulierte die Polizei zuletzt Ausschreitungen vor der Allianz Arena. Die Kontrolle der Fans soll flüssig und effizient wie möglich ablaufen. Dafür sorgen auch zahlreiche Volunteers. Insgesamt sind während der EM in München rund 1600 Freiwillige im Einsatz.

Im Stadion selbst werden weniger Fans als gewöhnlich Platz nehmen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Stehplätze gibt es in keinem der deutschen EM-Stadien. In der Allianz Arena fallen dadurch rund 9000 Plätze weg. Normalerweise gibt es einen großen Stehplatzbereich im Süden, und zwei kleinere im Norden. Durch die Umbaumaßnahmen sinkt die Kapazität auf 66.000. Mit dieser Zahl wurde die Sportstätte im Jahr 2005 auch in Betrieb genommen.

Sitzende Fans, hier bei der EM 2020, sieht man in der Südkurve nur selten. Im Sommer kommen die Klappsitze wieder zum Einsatz.

Journalisten bekommen bei der Fußball-EM mehr Platz – Das passiert mit den beliebten Fantreffs

24 Nationen nehmen an der EM teil. Entsprechend groß ist das Medieninteresse. In München wird dafür die Pressetribüne vergrößert, zusätzliche Pitch View Studios (TV-Studio mit Blick auf den Rasen) geschaffen und mehrere Kamerapodeste aufgebaut. Im Stadionumlauf wächst der TV-Compound – dort stehen während den Spielen auch Übertragungswägen der Fernsehsender. In den Genuss höchster Technik-Standards kommen neben den Medienvertretern auch die Zuschauer.

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Im Stadion und der unmittelbaren Umgebung wird laut dem FC Bayern flächendeckend neueste 5G-Mobilfunktechnologie installiert. Vermissen wird der ein oder andere dagegen die beiden Fantreffs. Dort, wo sich viele Zuschauer vor und nach den Spielen gerne zum Feiern treffen, entstehen temporär Büros. Zusätzliche Arbeitsplätze für die vielen Aufgaben, die bis zum 14. Juni noch erledigt werden müssen. (tsch)

Rubriklistenbild: © IMAGO/HJS

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