Bayern erwartet Jahrhundertwinter? Wetter-Expertin mit deutlicher Antwort
VonFelix Herz
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Bahnt sich in Bayern ein Jahrhundertwinter an? Was die aktuellen Modelle zeigen – und wie sie eine Expertin bewertet.
München – So, wie sich viele Menschen im Frühling fragen, wie der Sommer wird, fragen sie sich im Herbst, wie der Winter wird: Medial sind dabei die verschiedensten Prognosen im Umlauf, von Jahrhundertwintern ist gar die Rede. Grundsätzlich sind derartige Vorhersagen mit Vorsicht zu genießen – das erklärte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) im Gespräch mit unserer Redaktion. Verschiedene Wetter-Modelle geben aber durchaus schon jetzt einen Hinweis darauf, wie der Winter in Bayern wird.
Wetter-Expertin ordnet Jahrhundertwinter-Vorhersagen ein – und erklärt, was die Modelle sagen
Auf Anfrage unserer Redaktion zeigte Denise Seiling, Meteorologin bei wetter.com, keinerlei Bedürfnis, von einem Jahrhundertwinter zu sprechen. Im Gegenteil: Ihr zufolge wird es eher zu warm: „Die Temperaturabweichungen für den kommenden Winter zeigen aktuell, dass es überall in Europa zu warm wird, somit auch in Deutschland und bei uns in Bayern.“ Ihre Einordnung begründet sie mit einem Blick auf die gängigen Wetter-Modelle: „Das sagt sowohl das europäische Modell (ECMWF), als auch das amerikanische (NOAA).“
Das alleine heiße aber auch nicht, dass es gar kein Winter-Wetter in Bayern geben wird. „Auch wenn die Winter immer wärmer werden, ist es zwischendurch möglich, dass Schnee bis ins Flachland fällt und es kälter wird“, so Seiling weiter. Wie kalt es letztlich wird, wie viel Schnee auch im Flachland fallen kann und wie hoch die Chancen auf weiße Weihnachten stehen, das lässt sich der Expertin zufolge zum jetzigen Zeitpunkt schlicht noch nicht sagen: „Aber ob es nun richtig kalt wird und ob es an Weihnachten sogar Schnee gibt – das kann man jetzt einfach noch nicht sagen.“
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„Kälteeinbruch ist momentan nicht erkennbar“: Auch DWD-Experte erwartet eher zu warmen Winter
Auch DWD-Sprecher Lothar Bock sieht, soweit aktuell überhaupt möglich, eher einen zu warmen Jahresendspurt. „Darüber hinaus zeigen die Langfristprognosen für die letzten beiden Monate des Jahres ein durchschnittliches oder leicht überdurchschnittliches Temperaturniveau und wahrscheinlich etwas mehr Niederschlag als gewöhnlich. Ein Kälteeinbruch ist momentan nicht erkennbar“, so der Experte im Gespräch mit unserer Redaktion.
Nun ist natürlich die Frage, wie man einen Jahrhundertwinter definiert. Geht es allein darum, dass bei einem Jahrhundertwinter das tatsächliche Wetter stark vom erwartbaren abweicht und Temperaturrekorde fallen, könnte auch ein viel zu warmer Winter als Jahrhundertwinter durchgehen. Zwar weisen die Modelle auch nicht auf ein solches Szenario hin, doch geht es nach den Meteorologen, scheint jenes grundsätzlich wahrscheinlicher zu sein, als ein kalter und schneereicher Jahrhundertwinter. (Quelle: wetter.com, Deutscher Wetterdienst, Anfragen unserer Redaktion), (fhz)