Der Olchinger Faschingszug wird enorm abgespeckt: Im vergangenen Jahr waren es 51 Wagen, heuer werden es nur noch 36 sein. Pöbelnde Narren, Alkoholexzesse und Chaoten-Gespanne werden ausgeschlossen.
Olching – Zum ersten Mal gibt es ein Glasverbot. Dafür soll die Gaudi für alle Beteiligten am Faschingsdienstag wieder umso größer werden. Das Motto des Gaudiwurms 2019 ist klar: Qualität statt Quantität. So beschreibt es Luca Maier vom Olchinger Faschingskomitee und Sohn des Organisators Michael Maier. „Wir wollen einen friedlichen Faschingszug.“ Die Veranstaltung wurde im Laufe der Jahre immer größer, zählt zu den größten Faschingszügen der Region. Jedes Jahr kommen zehntausende Besucher, auch der Gaudiwurm wuchs stetig.
Zu viele Alkoholleichen
2018 gab es dann eine Rekordbeteiligung von 51 Wagen. Die Organisatoren können zwar stolz sein, was sie erreicht haben. Mit den Massen, die von überall her strömten, kamen aber auch Probleme auf. „Zu laute Musik auf den Wagen, zu betrunkene Teilnehmer“, fasst das Luca Maier zusammen. Die Zahl der Alkoholleichen habe sich verdoppelt.
Zuschauer beschwerten sich öffentlich, dass der Zug nicht mehr familientauglich sei. Es gab Faschingsnarren, die Polizisten anpöbelten. „Dass Einsatzkräfte, auch ehrenamtlichen Feuerwehrleute angegangen werden, ist absolut nicht in Ordnung.“
Unruhestifter
Besonders schlimm trieben es die Feldgedinger Burschen, die bereits letztes Jahr die Rote Karte bekamen und sich gar nicht mehr angemeldet haben. Sie dürfen auch an anderen Faschingszügen nicht mehr teilnehmen. Die Polizei hat ein besonderes Augenmerk auf die Burschen aus dem Dachauer Landkreis. Sie sind aber nicht die einzigen. „Fünf Gruppen haben wir insgesamt wegen ihres Benehmens ausgeschlossen“, erklärt Luca Maier. Nicht zuletzt auch, weil der Druck von Stadt und Landratsamt gestiegen ist. Die Kreisbehörde wollte die Zahl der Teilnehmer sogar auf 25 beschränken. Das konnte aber gelockert werden – eben unter der Voraussetzung, dass die Unruhestifter ausgeschlossen werden.
36 Wagen
Am Faschingsdienstag werden nun 36 Wagen (inklusive der Komitees) und neun Fußgruppen in der Stadt unterwegs sein. Maier freut sich, dass es heuer Unterstützung aus nächster Umgebung gibt. „Gröbenzell hat seit vielen Jahren wieder einen Wagen dabei. Der ist auch richtig liebevoll zum Thema Softball gestaltet.“ Aufwendige Motivwagen zu Stadtpolitik und aktuellen Themen sind ausdrücklich erwünscht. Etliche Teilnehmer basteln monatelang an ihren Gespannen. Immerhin gilt es, den Favoriten, den MSC Olching, zu schlagen. Der überzeugte im vergangen Jahr mit einem Schneckenwagen, der die schleichende Stadtentwicklung aufs Korn nahm. Einige Wagen konnte man im Vorfeld schon bei anderen Zügen begutachten. Die Motorsportfreunde nahmen am Umzug der Damischen Ritter in München teil: Sie haben sich dem brisanten Thema Containering gewidmet.
Auf den Bürgersteigen bleiben
Damit das Faschingsvergnügen für alle sicher ist, bittet das Faschingskomitee die Besucher darum, auf den Bürgersteigen zu bleiben. Eltern sollten immer auf ihre Kinder achten, sie bei sehr dichtem Gedränge auf den Arm nehmen und am besten immer in unmittelbarer Nähe bleiben. Die Kleinen sollten auch wenn die Wagen stillstehen nicht darunter nach Bonbons suchen. Es gibt noch eine Premiere: Ab sofort sind Glasflaschen und Gläser auf der gesamten Veranstaltung nicht mehr erlaubt. Das Komitee wird Kontrollen durchführen. Und wenn alle Beteiligten sich an die Spielregeln halten – auch was den Alkoholgenuss angeht – steht einer zünftigen Gaudi nichts mehr im Weg: Olching Olau.
Parkplätze, Straßensperren und Programm
Der Zug wird entlang der Feursstraße, vom Golfplatz bis zum Daxerhof aufgestellt und startet um 14 Uhr. Die Feursstraße wird von 12 bis 15 Uhr, die Hauptstraße von etwa 12 bis 20 Uhr gesperrt. Der Gaudiwurm wendet am Roßhaupterplatz und endet am Josef-Kistler-Ring. Die Faschingswagen müssen dann den Nöscherplatz verlassen und die Musik abstellen.
In den Buchten der Hauptstraße zwischen Pfarrstraße (Kirche) und Unterführung ist das Parken verboten. Nach der Unterführung müssen die Zuggespanne ohne Menschen auf dem Hänger weiterfahren. Besucher können am Volksfestplatz (Anfahrt über Neu-Esting) parken. Entlang der Strecke stehen etwa 30 Dixie-Toiletten zur Verfügung.
Auf der Bühne am Nöscherplatz beginnt bereits ab 14 Uhr ein buntes Programm. Hier findet auch die Prämierung der Wagen und Fußgruppen statt. Der Faschingszug kostet Geld. Mitglieder des Komitees sammeln am Rosenmontag wieder bei den Olchinger Geschäftsleuten. Auch beim Faschingszug werden Sammler um zwei Euro Spende bitten. Wer das Komitee hier unterstützen will, kann sich beim Kassier Werner Raith unter der Telefonnummer (01 71) 8 33 14 77 melden.
Die Sammelbüchsen gibt es am Faschingsdienstag ab 13.30 Uhr am Sparkasseneingang, Hauptstraße 28. Aus der Sammelbüchse erhalten die Sammler zehn Prozent. Alle drei Olchinger Faschingsgarden haben am Faschingsdienstag ihren letzten offiziellen Auftritt. Ab 10 Uhr treten im Show-Room vom Autohaus Haas in der Johann-G.-Gutenberg-Straße die Showtanzgruppe der FGO „Spirit of Motion“, die Kids der Tanzfreunde mit ihrer Show „Manege frei“ sowie das Männerballett auf.