Wilhelm ist das siebte Kind in Egenburger Familie – Der Bundespräsident ist Ehrenpate
Egenburg – Wilhelm Remberg hat nicht nur sechs Geschwister und ganz viele Onkel, Tanten, Cousins und Cousinen, sondern auch einen Patenonkel. Und zwar einen ganz besonderen: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Denn der hat für den neuen Erdenbürger der Gemeinde Pfaffenhofen die Ehrenpatenschaft übernommen.
Die entsprechende Urkunde überreichte Steinmeier zwar nicht persönlich. Dafür nahm sich Bürgermeister Helmut Zech Zeit und begrüßte die nun neunköpfige Familie im Rathaus in Egenburg. Das Gemeindeoberhaupt kann sich gut in die Lage der Kinder versetzen, wuchs er doch selbst mit elf Geschwistern auf. „Ich war der Jüngste, meine Geschwister haben mich mit erzogen“, verriet Zech und sorgte dafür für große Augen, denn Großfamilien wie die Rembergs gibt es heutzutage kaum noch.
So wie Zech damals helfen auch die Remberg-Kinder im Haushalt mit, decken den Tisch oder mähen den Rasen – und die älteren helfen den jüngeren Geschwistern bei den Hausaufgaben. Und Wilhelm ist immer mittendrin.
Der neue Erdenbürger ist ein braves Kind, und wenn er doch einmal weint, sind ganz viele Arme da, die ihn halten und trösten. Nur einen Steinwurf vom Rathaus entfernt steht das Haus der Rembergs, die 2004 aus Nordrhein-Westfalen nach Bayern gezogen sind und 2008 dann in Egenburg ein Haus gebaut haben. So hat jedes Kind ein eigenes Zimmer. Nur der kleine Wilhelm schläft noch bei seinen Eltern.
„Uns gefällt’s hier sehr gut“, antworten die 16-jährigen Zwillinge Leonard und Ludwig auf die Frage von Bürgermeister Zech, wie sie die Gemeinde finden. Und auch die 17-jährige Louise fühlt sich in Egenburg pudelwohl. „Bayern ist landschaftlich viel schöner“, schwärmt die Schülerin. Der Rest der Familie lebt in Nordrhein-Westfalen, und nicht nur Louise freut sich, an Weihnachten Omas und Opas besuchen zu können.
Mama Judith Remberg ist mit neun Geschwistern aufgewachsen – dass es an Weihnachten rund geht, ist für Oma und Opa also ganz normal. Die Großeltern sind es gewohnt, für viele Leute zu sorgen und freuen sich sehr auf den Besuch. Dabei sein wird auch Judith Rembergs Bruder mit Familie, der selbst sechs Kinder hat. „Meine anderen Geschwister haben weniger Kinder“, verrät die 41-jährige Kinderkrankenschwester,
Und bei den Schwiegereltern, also den Eltern von Johannes Remberg, wird es ebenfalls nicht langweilig werden. Er selbst hat zwar „nur“ einen Bruder, aber der hat auch sechs Kinder. „Uns war eigentlich schon bei der Verlobung klar, dass wir viele Kinder wollen“, erzählen Johannes und Judith Remberg, die sich 2003 das Ja-Wort gaben.
Das Familienbild hat auch auf die Kinder abgefärbt. Zusammen füreinander da sein, teilen, helfen – das alles ist für die Remberg-Kinder selbstverständlich und es macht sie glücklich.
„Es ist einfach cool, so viele Geschwister zu haben“, schwärmt die 17-jährige Louise, und ihre Geschwister stimmen ihr zu. Ihr macht es viel Spaß, die Kleinen zu verwöhnen und mit allen etwas zu unternehmen. Sie will später ebenfalls eine große Familie.
Jeden Sommer fährt die Familie in den Urlaub nach Holland. Da haben die Eltern von Johannes Remberg ein eigenes Haus, und so können die Wahl-Egenburger vier Wochen am Stück Strand und Meer genießen, surfen, Fahrrad fahren und Fußball spielen.
Bürgermeister Helmut Zech überreichte nicht nur die Ehrenurkunde von Bundespräsident Walter Steinmeier, sondern in Form einer Urkunde auch einen „Geburtsbaum“, den die Gemeinde den Familien für jeden neugeborenen Gemeindebürger schenkt.