Naturschützer wundern sich über Rodung

Abholzaktion am Höhenweg: Jetzt meldet sich das Ordinariat zu Wort

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Dicke Baumstämme stapeln sich zu beiden Seiten des Höhenwegs bei Tegernsee.
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Uralte hohe Bäume säumen den Höhenweg zwischen Gmund und Tegernsee. Jetzt mussten viele gefällt werden. Das sind die Gründe.

+++Aktualisierung+++

Tegernsee - Nach der Abholzaktion am Höhenweg bei Tegernsee, meldet sich nun auch die Forstabteilung des Erzbischöflichen Ordinariats zu Wort. 

Weil die Bebauung immer näher zum Wald der Kirchenstiftung Tegernsee vorgerückt sei, habe man sich aufgrund „zunehmender Verkehrssicherungsproblematik“ gezwungen gesehen, Bäume zu entnehmen. Bei einem Sturm im vergangenen Winter sei bereits eine Fichte auf ein benachbartes Wohngrundstück gefallen und habe Sachschaden verursacht. „Hinzu kommt, dass sich der Bestand aufgrund von Borkenkäferbefalls und Eschentriebsterbens in Auflösung befunden habe. Aus Fällungs- und Arbeitssicherheitsgründen sei es erforderlich gewesen, auch die Altbuchen zu entnehmen, heißt es in der Mitteilung. 

Weil die Bäume teilweise extrem in den Gefahrenbereich der BOB hinein geragt seien, haben man auch den unteren Saum entnehmen müssen. Das Vorhaben sei mit der Stadt, dem AELF Holzkirchen und der BOB abgestimmt gewesen.

Der Wald, so die Forstabteilung, werde im Frühjahr mit standortgerechten Bäumen aufgeforstet. Aus ökologischen Gründen, und auch, um wieder hinreichenden Abstand zur Nachbarbebauung zu erlangen, werde das Reisig im südöstlichen Bereich belassen. „Der Saumbereich wird der natürlichen Sukzession überlassen.“

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Tegernsee

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Wer dieser Tage auf dem Höhenweg zwischen Gmund und Tegernsee spaziert, dürfte sich über jede Menge frisch geschlagenes Holz wundern, das da nahe der Abzweigung zur Tegernseer Klosterwachtstraße lagert. „Warum dieser radikale Kahlschlag?“, fragen sich besorgte Naturschützer. Sie finden, dass diese Rodung im krassen Gegensatz zur staatlich angestrebten Stärkung der Wälder stehe.

Abholzaktion bei Tegernsee: Der Borkenkäfer ist schuld

„Das musste leider sein“, erklärt Günther Lorenz von der Kirchenverwaltung Tegernsee. Der katholischen Kirchenstiftung gehört der Mischwald, in dem sich ein vom Erzbischöflichen Ordinariat beauftragter Forstbetrieb ans Werk machen musste. Der Grund, so Lorenz, seien Borkenkäferbefall sowie Eschentriebsterben. „Die Sicherheit wäre nicht mehr gewährleistet gewesen – sowohl für Passanten, als auch für Gebäude.“ Bis auf Höhe der Bahngleise sei die Entnahme der Bäume nötig gewesen. Die Maßnahme war bei der Stadt angemeldet. „Sie war längst überfällig“, so Lorenz. „Leider kam da jetzt viel zusammen.“  

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gr

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