Kommunalwahl 2026

Benedikt Hoechner will als SPD-Kandidat ins Murnauer Rathaus

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Die Nummer drei im Murnauer Bürgermeisterrennen: Benedikt Hoechner tritt für die SPD an.
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Jetzt sind es drei: Benedikt Hoechner fordert bei der Bürgermeisterwahl 2026 Amtsinhaber Rolf Beuting heraus. Für die Grünen will Robert Herz ins Murnauer Rathaus einziehen.

Murnau - Das Bild hat gleich in zweifacher Hinsicht Symbolcharakter und bietet Raum für Interpretationen. Benedikt Hoechner (36) sitzt auf der Mitte der Treppe, die zum Eingang des alten Postgebäudes führt. Zum einen will SPD-Ortschef Hoechner mit seiner Kandidatur für das Bürgermeisteramt von Murnau, die seit Mittwochabend feststeht, auch die restlichen Stufen bis ganz nach oben nehmen. Zum zweiten ist das alte Postgebäude der Auslöser für seinen Versuch, Rathaus-Chef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) bei der Kommunalwahl am 8. März 2026 von seinem Stuhl zu stürzen. „Ausschlaggebend für meine Bewerbung war das unrühmliche Ende des von einem breiten Bündnis getragenen Bürgerhauses“, sagt Hoechner.

Bürgerhaus: „Da hat die Art und Weise der Kommunikation nicht gestimmt“

Auf eine Initiative von SPD-Gemeinderat Felix Burger sollte das Haus, nur einen Steinwurf vom Kultur- und Tagungszentrum entfernt, vorrangig von sozialen Einrichtungen genutzt werden. Burgers Herzensangelegenheit war von der Mehrheit des Gemeinderats abschlägig beschieden worden, das Haus an das Medienunternehmen Seitwerk vermietet worden. „Da hat die Art und Weise der Kommunikation nicht gestimmt“, sagt Hoechner. Beim Rufbus Omobi sei das Verhalten ähnlich gewesen. „Sollte ich gewählt werden, würde ich es anders machen.“ Sein Ziel als Bürgermeister wäre es, Politik für die Menschen im Ort zu machen, und zwar ehrlich und transparent: „In Zeiten knapper Kassen ist das wichtiger denn je.“

Entschluss ist über Monate gereift

Der Entschluss, Beuting herauszufordern, sei in den vergangenen Wochen und Monaten gereift. Noch Anfang Oktober hatte er sich unschlüssig gezeigt und darum gebeten, ihn erst in zwei oder drei Wochen nochmals zu fragen, wie seine Entscheidung ausgefallen ist. „Es ging jetzt doch etwas schneller“, meint er entschuldigend. Der SPD-Ortsvorstand nominierte in seiner Mittwoch-Sitzung Hoechner einstimmig. „Was mich sehr gefreut hat.“ Bestätigt werden muss er noch von der Aufstellungsversammlung, die Mitte November stattfinden soll.

Doch das dürfte nur eine Formalie sein. „Benedikt Hoechner steht für Glaubwürdigkeit, Sachverstand und einen offenen Dialog mit allen Bürgerinnen und Bürgern“, betont Richard Mohr, stellvertretender Vorsitzender der SPD Murnau. „Er bringt das nötige Engagement und Herzblut mit, um Murnau verantwortungsvoll in die Zukunft zu führen.“

Auch Burger, bislang SPD-Einzelkämpfer im Murnauer Marktgemeinderat, begrüßt die Nominierung ausdrücklich: „Mit Benedikt Hoechner haben wir einen Kandidaten, der Brücken baut – zwischen Jung und Alt, zwischen den verschiedenen Lebensrealitäten unserer Gemeinde.“

Schon Hoechners Mutter ist 2014 Bürgermeisterkandidatin

Die SPD-DNA hat Hoechner quasi von klein auf mitbekommen. Neun Jahre war er alt, als seine Mutter Elisabeth sich entschloss, bei den Sozialdemokraten einzutreten; 2014 war auch sie Bürgermeisterkandidatin für die SPD gewesen. Auch die Verwerfung, den Streit, der die Murnauer Sozis zwischen 2010 und 2014 spaltete und schließlich zu einem Niedergang führte, der in der Parteienlandschaft des Markts wohl beispiellos ist, hat er aus nächster Nähe und in Echtzeit miterlebt. Vom guten Klang des Namens Hoechner und der Popularität seiner Mutter hofft er, profitieren zu können. Die SPD-Pressemitteilung nennt Elisabeth Hoechner vielfach engagiert und geschätzt.

Die Hoffnung: zwei bis drei Mandate für den Gemeinderat

Die Zugkraft ist auch nötig, um die Roten aus ihrem Tal der Tränen zu führen. Hoechner glaubt, das könne gelingen. Er hofft, dass seine Partei am Wahlabend mit zwei bis drei Mandaten in den Gemeinderat einzieht. Glücken soll dieses Vorhaben durch einen Wahlkampf mit Eifer und Einsatz. Neben den üblichen Veranstaltungen und Info-Ständen gedenkt Hoechner, von Haustür zu Haustür zu ziehen, um seine Vorstellungen, wie Murnau werden soll, öffentlich zu machen: „Ich schätze das persönliche Gespräch.“

Nach Beuting und Herz der dritte Bewerber

Nach Robert Herz (Bündnis 90/Die Grünen) und Beuting ist Hoechner, der als Teamleiter bei einem Münchner Software-Unternehmen arbeitet, der Dritte, der sich um das Bürgermeisteramt bewirbt. Seine Chancen? Die sieht er realistisch. Er weiß, dass er Außenseiter ist. „Aber ich spiele nicht auf Platz. Ich glaube, ich kann es in die Stichwahl schaffen.“ Außer Herz und Beuting erwartet er keine weiteren Konkurrenten mehr. „Dafür ist die Zeit eigentlich zu weit fortgeschritten. Auch wir waren schon spät dran.“

Bislang nicht geäußert haben sich die CSU und die Freien Wähler; die Gruppierung Mehr Bewegen hatte es schon Ende Juni ausgeschlossen, einen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen zu schicken.

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