SPD und CSU preschten schon vor

Landratswahl im BGL: Grüne und FW lassen auf sich warten - Was machen Wimmer und Koller?

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Treten Bartl Wimmer (Grüne) und Michael Koller (FW) nochmal bei der Landratswahl im März 2026 an?
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Schon im Februar gab Bernhard Kern bekannt, bei der Landratswahl im März 2026 nicht mehr zu kandidieren. Während die CSU mit Franz Rasp und die SPD mit Roman Niederberger bereits im Juni ihre Kandidaten vorgestellt haben, halten sich die Grünen und Freien Wähler damit zurück. Warten Sie auf Bartl Wimmer und Michael Koller? Schon bald könnte es Klarheit darüber geben.

Berchtesgadener Land - Die Corona-Pandemie, das schlimme Unwetter im Sommer 2021 samt Beschädigung der Bobbahn am Königssee, die Unterbringungen der Geflüchteten und noch vieles mehr: Bernhard Kern erlebte in seiner Amtszeit als Landrat einige Herausforderungen. 2020 setzte sich der Kandidat der CSU in der Stichwahl gegen Bartl Wimmer von den Grünen mit 58,73 Prozent durch. Doch vor wenigen Monaten machte er im Februar publik, bei der Landratswahl am 8. März 2026 nicht anzutreten. Seine Entscheidung begründete er unter anderem damit, dass er wieder mehr Zeit für seine Familie haben wolle.

Mitte Juni gab die SPD bekannt, dass sie mit Roman Niederberger ihre Sprecher der Kreistagsfraktion ins Rennen schickt. Er trat bereits 2020 bei der Wahl an, kam jedoch nur auf 4,89 Prozent der Stimmen. Der Kreisvorstand der Sozialdemokraten sprach dem 52-Jährigen trotzdem das Vertrauen aus, der im personellen Wechsel im Traunsteiner Landratsamt eine neue Chance sieht, das Verhältnis zwischen den beiden Landkreisen aufzubessern.

FW und Grüne halten sich bedeckt

Kurz darauf sorgte die CSU für einen Paukenschlag, denn mit Franz Rasp schicken sie den amtierenden Berchtesgadener Bürgermeister ins Rennen. Er habe richtig Lust auf die Aufgabe, „weil ich unsere Heimat liebe und weil ich glaube, dass wir gemeinsam viel bewegen können“, sagte er in einer ersten Meldung über seine Kandidatur.

Während SPD und CSU also schon im Juni vorgelegt haben, ist es bislang um die Freien Wähler und die Grünen relativ ruhig geblieben. „Es stehen derzeit intensive Gespräche und Überlegungen im Hinblick auf die Kommunalwahl im März 2026 an – so auch zur Frage einer möglichen Landratskandidatur“, erklärt Sabrina Stutz, Kreisverbandsvorsitzende der FW, auf Nachfrage. Sie betont: „Für uns ist klar: Solch eine Entscheidung braucht Zeit, gründliche Abwägung und eine breite Einbindung innerhalb der eigenen Reihen.“

Es läuft wohl auf den Herbst hinaus

Daher nehme man sich ganz bewusst die gebotene Zeit, bevor man an die Öffentlichkeit trete. Einen konkreten Zeitpunkt für eine Entscheidung können die FW zum jetzigen Stand noch nicht benennen. „Voraussichtlich wird dieser im Herbst liegen“, so Stutz. Zum aktuellen Zeitpunkt wolle man keine Auskunft zu möglichen Namen gegen. „Für uns steht im Vordergrund, dass wir mit unserer Kandidatin oder unserem Kandidaten verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert in die Landratswahl gehen.“

Auch die Grünen bleiben zurückhaltend und wollen sich nicht aus der Reserve locken lassen. So teilt Ulrike Schweiger vom Kreisvorstand mit: „Als Bündnis 90/Die Grünen im Berchtesgadener Land ist für uns klar: Wir werden zur Kommunalwahl 2026 sicher eine eigene Landratskandidatin oder -kandidaten aufstellen. Alles Weitere folgt, wenn die Zeit reif ist, voraussichtlich im September/Oktober.“

Beide Parteien wollen also erst in einigen Wochen eine Entscheidung treffen und brauchen bis dahin noch Zeit. Oder warten sie nur auf die Rückmeldung von zwei bekannten Kommunalpolitikern, die bereits 2020 zur Landratswahl angetreten sind? Aus den Rückmeldungen von Michael Koller (FW) als auch Bartl Wimmer (Grüne) wird deutlich, dass eine erneute Kandidatur nach derzeitigem Stand nicht ausgeschlossen ist. Zumindest haben sie noch keine Entscheidung dazu getroffen und selbst wenn, müssten sie von ihrem jeweiligen Kreisvorstand auch das Vertrauen für einen weiteren Versuch erhalten.

Das sagen Bartl Wimmer und Michael Koller

Wimmer scheiterte vor fünf Jahren bei der Stichwahl gegen Kern und holte immerhin 41,27 Prozent, nachdem er im ersten Wahlgang nur 25,78 Prozent erreicht hatte. „Ich bin mir sicher, dass die Grünen mit einer/einem eigenen Landratskandidaten oder Landratskandidaten antreten werden“, sagt Wimmer auf Anfrage. „Und ich persönlich habe mir vorgenommen, dass ich vor September/Oktober für mich persönlich keine Entscheidung treffen werde.“

Auch Koller, der für die FW als Abgeordneter im Landtag sitzt, verweist auf die internen Gespräche seines Kreisverbandes. Doch er gibt zu: „Auch ich persönlich setze mich mit der Frage auseinander, ob eine erneute Kandidatur infrage kommt. Wir haben uns im Kreisverband jedoch bewusst darauf verständigt, uns derzeit nicht weiter zu möglichen Personalien oder Entscheidungen zu äußern. Ich bitte daher um Verständnis, dass ich zum aktuellen Zeitpunkt kein weitergehendes Statement über die bereits kommunizierte Linie hinaus abgeben werde.“

Während CSU und SPD sich bereits auf ihre beiden Kandidaten und damit ein mögliches Wahlprogramm konzentrieren können, wird es demnach bei den Grünen und Freien Wählern wohl noch dauern. Der Kreisvorstand der AfD, die 2020 mit Wolfgang Koch als Kandidat 4,55 Prozent der Stimmen holte, hat sich übrigens auf eine Anfrage dieser Redaktion zum Thema Landratswahl nicht geäußert. (ms)

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