Wiedereröffnung zu Pfingsten

Bergbahnen fahren nach Corona-Pause wieder: „Super Erlebnis nach langer Durststrecke“

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Mit dem Gleitschirm in die Gondel: Martin Liebner freut sich auf die Auffahrt zum Brauneck.
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Die Bergbahnen haben den Neustart gemeistert. Am Blomberg und am Brauneck ging es dabei eher ruhig zu. Ein Stimmungsbild vom Wochenende.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Am Brauneck ist alles für die Zeit nach der Corona-Krise vorbereitet. Auf dem langen Balkon, der sich um die Talstation herumzieht, fänden wohl über hundert Menschen Platz. Damit sie nicht zu dicht beieinander stehen, sind auf den Fußmatten nun rote Markierungen im Eineinhalb-Meter-Abstand angebracht. Wirklich notwendig waren sie am Samstag noch nicht. Nach und nach tröpfelten die Besucher herein, erwähnenswerte Wartezeiten gab es nie – was auch daran lag, dass die Verantwortlichen sicherheitshalber alle 85 verfügbaren Gondeln eingehängt hatten.

Zu den Ersten am Brauneck zählte der Münchner Gleitschirmflieger Martin Liebner. Wochenlang konnte er die Gleitschirm-Beherrschung nur auf Feldern üben. Auf die Berge kam er nur als Wanderer. „Es war eine ganz schön lange Durststrecke“, sagt der 35-Jährige. So richtig rund lief es beim Neustart noch nicht. Er fuhr mit seiner Ausrüstung auf den Berg. Oben angekommen, bemerkte er erschrocken, dass er seinen Helm vergessen hatte. Also ging es gleich wieder zurück ins Tal, wo er sich einen auslieh. „So läuft es halt nach einer längeren Pause“, kommentiert Liebner lakonisch.

Ob er bei seinem ersten Flug nach langer Pause Vorfreude spüre? Liebner will dies weder bestätigen noch verneinen. Anspannung, Konzentration – und vielleicht auch etwas Sorge – sind die Begriffe, die seine Stimmungslage besser beschreiben: „Die Bedingungen sind sehr anspruchsvoll, daher muss ich langsam anfangen“, sagt der Münchner. Der Wind sorge für viele Turbulenzen in der Luft, stellte er bei der ersten Besichtigung fest: „Ich muss entscheiden, ob ich mir das nach der langen Pause zutraue. Ich will mir da keinen Druck aufbauen.“ Und wenn es bis zum Abend nicht mit einem Flug klappt? „Dann ist es auch kein Beinbruch.“

Am Blomberg hatte unterdessen eine fünfköpfige Gruppe an Einrad-Downhill-Fahrern das Gschau. Eine junge Frau beobachtete die mit Sturzhelmen und Protektoren geschützte Gruppe auf ihren merkwürdigen Sportgeräten mit dicken Stollenreifen und rief dann: „Wow, ihr seid’s krass drauf!“

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Die Einrad-Spezialisten nahmen es schmunzelnd zur Kenntnis. Seine Gruppe sei bereits vor einer Woche schon mal am Blomberg gewesen, sagt Michael Höhne. Insgeheim habe er damals gehofft, dass die Sesselbahn schon fährt. „Aber das war nicht der Fall, und so mussten wir den Berg zu Fuß erklimmen“, berichtet der 54-Jährige aus Gars am Inn.

Sein Münchner Kumpel Nathan Zengl ist erleichtert, dass es nun die ersten Lockerungen nach der Corona-Krise gibt, „denn es ist schön, hier mit Gleichgesinnten fahren zu dürfen“. Der Gräfelfinger Patrik Ruhneberg (49) stimmt zu: „Einrad-Downhill – das bedeutet halb so viel Räder, doppelt so viel Spaß.“ Michael Höhne verabschiedet sich mit den Worten: „Kleinere Einschränkungen wie das Tragen einer Maske nehmen wir da gerne in Kauf.“

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Ganz schlicht aufs Wandern beschränkten sich am Samstag die Münchner Daniel und Gio Neumann. Die beiden strahlten, als sie am Nachmittag aus der Gondel der Herzogstandbahn ausstiegen: „Wir sind jetzt so lange daheim gesessen, da ist es schön, mal wieder raus ins Grüne zu kommen.“ Die beiden waren überrascht, wie problemlos die Fahrt auf den Herzogstand verlief. In der Schlange vor ihnen seien etwa 20 Menschen gestanden, bereits nach einer Viertelstunde konnten sie in die Gondel einsteigen. Bei der Rückfahrt habe es dann überhaupt keine Wartezeit gegeben, berichtet Daniel Neumann: „Am ersten Tag hätten wir Schlimmerem gerechnet.“ Auf dem Hinweg zum Herzogstand-Aussichtspunkt sei es „relativ ruhig“ gewesen, auf dem Rückweg seien ihnen dann einige Wanderer entgegen gekommen. Das Fazit der beiden Münchner: „Es war super. Alles hat einwandfrei funktioniert – ein super Erlebnis.“

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