VonGabi Wernerschließen
Die Corona-Pandemie hält viele Wanderer zuhause. Dennoch: Die Bergwacht am Tegernsee musste am verlängerten Oster-Wochenende zu zwei Einsätzen im alpinen Gelände ausrücken.
Kreuth – Zwei Einsätze hatte die Bergwacht-Bereitschaft Rottach-Egern – mit Hilfe von Polizei und anderen Rettungsdiensten – an den Osterfeiertagen zu bewältigen. In der Nacht zum Karfreitag rückten die Einsatzkräfte zunächst im Bereich Schwaigeralm-Langenau (Gemeinde Kreuth) zu einer groß angelegten Suchaktion aus, nachdem ein Tölzer (31) gegen 23 Uhr von seiner Partnerin vermisst gemeldet worden war.
Das Paar wollte sich am Spätnachmittag auf der Gufferthütte treffen, dort tauchte der 31-Jährige aber nicht auf. Die Retter fanden den Mann laut dem Rottacher Bereitschaftsleiter Adi Boemmel schließlich schlafend im Winterraum der ansonsten geschlossenen Gufferthütte auf. „Er war ganz verwundert, dass wir ihn suchen“, berichtet Boemmel. Der Mann musste die Retter ins Tal begleiten.
Lesen Sie hier: Retter richtet flammenden Appell an Ausflügler: „Unsere Berge werden leider immer noch überrannt“
An der Suchaktion, die erst gegen 6 Uhr morgens beendet werden konnte, waren neben der Bergwacht-Bereitschaft Rottach-Egern auch Beamte der Polizei Bad Wiessee, die Lawinenhundestaffel und ein Polizei-Hubschrauber mit Wärmebildkamera sowie die Bergrettung Achenkirch beteiligt. Die Rettungskräfte hatten die Wege rund um das Einsatzgebiet abgesucht, ehe sie den Vermissten wohlbehalten entdeckten.
Einsatz Nummer zwei spielte sich ebenfalls in Kreuth ab: Ein Pärchen aus Ingolstadt (28 und 30) hatte sich am Samstag zu einer schwierigen Tour über den Blauberggrad aufgemacht. Beim Abstieg von der Halserspitze verliefen sich die beiden im schroffen und schneereichen Gelände. „Sie haben sich nicht mehr weitergetraut und gegen 17 Uhr den Notruf abgesetzt“, berichtet Bergwacht-Chef Boemmel.
Hier finden Sie alle aktuellen Zahlen zur Corona-Krise im Landkreis Miesbach in unserem Ticker
Dank Handy-Ortung wurde das total erschöpfte Paar schnell gefunden und konnte mit Hilfe eines Polizeihubschraubers und einer Winde sicher ins Tal gebracht werden. Solche Suchaktionen seien in Corona-Zeiten der „Supergau“ für die Rettungskräfte, sagt Boemmel. Der nötige Abstand lasse sich bei solchen Einsätzen nicht einhalten. Und auch das Polizeipräsidium Oberbayern Süd betont mit Blick auf diese Rettung: „Die Helfer müssen neben den alpinen Gefahren auch noch ein erhebliches gesundheitliches Risiko in Kauf nehmen.“
Hier finden Sie einen Artikel über den neuen Vorstand der Bergwacht Rottach-Egern: Neues Führungsteam ist gefunden
gab
