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Die Wintersaison war nicht besonders lang. Trotzdem hatte die Bergwacht Lenggries 132 Einsätze zu leisten. Das waren etwa 100 weniger als im schneereichen Vorjahr, heißt es in einer Pressemitteilung der Bergretter.
Bad Tölz/Lenggries – Bereits am vorletzten März-Wochenende hat die sich damals anbahnende Corona-Krise den Skibetrieb am Brauneck gestoppt. Die Bergbahn stellte den Betrieb vorzeitig ein. Am Brauneck waren neben der Lenggrieser Bereitschaft auch wieder Kräfte aus Bad Tölz, Wolfratshausen und München im Einsatz. Neunmal kamen die Rettungshubschrauber Christoph Murnau und Christoph 1 aus München zum Einsatz.
Die häufigsten Verletzungen, so die Bergwacht, betrafen mit 38 Prozent das Knie, gefolgt von Arm- oder Beinbrüchen. Häufig versorgten die Retter auch Brüche des Schlüsselbeins und andere Schulterverletzungen. Auch um Gehirnerschütterungen und Platzwunden kümmerten sich die Ehrenamtlichen. Glücklicherweise, so die Lenggrieser Bergwacht, gab es praktisch keinerlei Kollisionen oder Unfälle unter Alkoholeinfluss. „Ab jetzt wird der Bereitschaftsdienst vom Rettungsstützpunkt im Zentrum von Lenggries aus abgeleistet“, so die Bergwacht.
Mehr Einsätze als im schneereichen Winter 2018/2019
Auf das vergangene Jahr hätte eigentlich auch die Bergwacht Bad Tölz im Rahmen ihrer Jahresversammlung zurückgeblickt, wie Jan Römer vom Presseteam berichtet. Aber die Versammlung musste aus bekannten Gründen abgesagt werden. Für die Tölzer Einsatzkräfte gab es vom 1. Januar bis 31. Dezember 2019 84 Einsätze, um Einheimischen und Touristen in Not zu helfen, so Römer. Nicht mit eingerechnet sind hier die Unterstützung bei Einsätzen am Brauneck, die von der Bergwacht Lenggries erfasst werden. „Bei einem Großteil der Alarmierungen – nämlich 30 Einsätzen – mussten Wintersportler auf und abseits der Piste versorgt werden.“ 21-mal gingen Notrufe von verunglückten Wanderern ein, elfmal wurden gestürzte Radfahrer gerettet.
Verletzungen am Knie sehr häufig
Dabei hatten es die Bergretter mit den unterschiedlichsten Verletzungen zu tun. Am häufigsten waren Kreislaufprobleme die Ursache für einen Notruf (21), gefolgt von Sprunggelenks- (10) und Knieverletzungen (9).
Für drei Verunglückte kam jede Hilfe zu spät, die Retter konnten nur noch den Tod feststellen. Neunmal kam ein Hubschrauber zum Einsatz.
Im Vergleich zum Vorjahr ging die Einsatzzahl zurück, berichtet Römer. „Die Zahl der verunfallten Radfahrer hat sich aber fast verdoppelt.“
