Bergwachtbereitschaft weilheim

Zum Training nach Kirgistan

  • schließen

Weilheim - Die Weilheimer Bergwacht hat seit Herbst ein weiteres Betätigungsfeld. Neben ihren Einsätzen in Ski- und Wandergebieten sowie bei der Höhlenrettung unterstützt sie nun auch die Umwelteinsatzgruppe der Bergwacht Murnau.

Sie üben regelmäßig am Gögerl, in der Pähler Schlucht, in Oberau und Bad Reichenhall. Dazu absolvieren sie Lawinenübungen unterhalb der Alpspitze. Um ihr Können zu erweitern, trainieren sie aber auch in extremen Lagen wie in Kirgistan: Die Mitglieder der Bergwachtbereitschaft Weilheim müssen fit sein für ihre Einsätze im Gebirge, wo sie Hilfe oft auch unter schwierigen Bedingungen leisten müssen.

Über 40 Einsätze hatten sie im vergangenen Jahr, bei zehn musste ein Hubschrauber eingesetzt werden. Das geht aus dem Jahresrückblick 2016 der rund 50 ehrenamtlich tätigen Mitglieder umfassenden Gruppe hervor, der auch einige Anwärter angehören. Die Zahl der Einsätze steigt, auch im bislang eher ruhigen Estergebirge rund um die „Weilheimer Hütte“.

Die Weilheimer Bergwachtbereitschaft, die 1946 gegründet wurde, betreut im Winter im Rahmen der „Dienstgemeinschaft Werdenfels“ die Skigebiete von Garmisch-Partenkirchen. Im Sommer erstreckt sich ihr Einsatzgebiet über das Estergebirge, in dem auch die „Weilheimer Hütte“ liegt, sowie in Absprache mit anderen Bergwachten im Wettersteingebirge über das Oberreintal und die Meilerhütte „mit ihren anspruchsvollen Wander- und Klettermöglichkeiten“, so die Bergwacht. Manfred Heinrich und Erik Beige von der Weilheimer Bereitschaft beschreiben in ihrem Jahresbericht, was ihnen im vergangenen Jahr bei ihrer Arbeit auf der Rißkopfhütte am Krottenkopf unterkam. „Unter anderem wurde eine Person mit Knöchelverletzung ausgeflogen“, heißt es dort. Des Weiteren wurden „überfällige Hüttenbesucher nachts gesucht, ausgepäppelt und zur Hütte geleitet“. Bei einem Einsatz zusammen mit der Oberauer Bergwacht wurde ein Bergwanderer, der „von oben wie unten gesucht“ gesucht wurde, schließlich ausgeflogen.

Die acht Spezialisten der Höhlenrettung trafen sich mit Höhlenforschern und -rettern in Triest, halfen aber auch bei Forschungsarbeiten mit: Fast ein Kilometer Neuland wurde in großen Höhlen im Toten- und Tennengebirge in den Ostalpen vermessen. Zum Jahresabschluss gab es eine Rettungsübung in der Pfingsthöhle bei Bad Reichenhall. „Erst morgens um vier Uhr waren alle wieder draußen, völlig platt, meist mit dickem Muskelkater“, so der Jahresbericht, „aber auch bei der größten Anstrengung immer professionell“.

Bei den Einsätzen zusammen mit der Umwelteinsatzgruppe der Bergwacht Murnau geht es vor allem um Unterstützung bei Murenabgängen oder der Sicherung von Feuerwehr- und Forstleuten im steilen Gelände bei Bergwaldbränden.  

Kommentare