VonJörg von Rohlandschließen
Laut einer Machbarkeitsstudie ist es möglich, einen Supermarkt in den Bernbeurer Schnitzerstadel zu integrieren. Wie viel das kostet, wird noch nicht verraten. Auch deshalb ist der geforderte Abriss noch nicht vom Tisch.
Bernbeuren – Hätte sich Ignaz Keck zwischenzeitlich nicht rasiert, wäre ihm ein sehr langer Bart gewachsen: Seit bald drei Jahren wartet der Bernbeurer darauf, dass er den Schnitzerstadel und das angrenzende Gasthaus an Investor Richard Lerchenmüller verkaufen kann.
Der wollte den Stadel schon längst abreißen und an seiner Stelle einen Supermarkt errichten, den die Firma Feneberg betreiben würde. Es blieb ein frommer Wunsch. Das Landratsamt verweigerte den Abriss, weil der Stadel in Windeseile unter Denkmalschutz gestellt wurde. Seitdem hatten sich Investor und Gemeinde mit dem Denkmalamt gestritten. Nach einer Petition im Bayerischen Landtag waren beide Seiten aber aufeinander zugegangen.
Stadel plötzlich wieder auf der Tagesordnung im Landtag
Im Juni tauchte der Schnitzerstadel urplötzlich wieder auf der Tagesordnung des Wissenschaftsausschusses im Landtag auf. Die Abgeordneten vertagten die Petition aber erneut, weil die Parteien noch nicht fertig verhandelt haben.
Laut Grundstückseigentümer Keck sieht die vorliegende Machbarkeitsstudie eine Supermarkt-Fläche von rund 1000 Quadratmetern vor. Das geht freilich nur über eine bauliche Erweiterung des Stadels. Wie viel Aus- und Anbau kosten werden, ist offiziell noch nicht bekannt. Wie zu hören ist, kursieren aber schon einige Zahlen, über die noch beraten wird.
Drei Optionen: Abriss, Umbau oder Entscheidung im Landtag
Am Ende der Beratungen stehen drei Optionen: 1. Der Stadel wird doch abgerissen, weil die Kosten für den Umbau zum Supermarkt nicht zumutbar sind. 2. Der Investor stimmt dem Umbau zu, und der Supermarkt zieht ein. 3. Die Verhandlungen scheitern, und der Petitionsausschuss im Landtag wird ein weiteres Mal bemüht. Er hatte die Machbarkeitsstudie angeregt.
„Ich hoffe, dass es bald Klarheit gibt, es kann nicht noch ein Jahr so ungewiss weitergehen“, klagt Eigentümer Keck. Immerhin soll ihm zufolge „demnächst eine Entscheidung fallen“. Doch das hieß es schon öfter.
Gasthaus bleibt auf jeden Fall stehen
Dem Bernbeurer und seiner Frau gehört noch das gesamte Areal. Auch der Gasthof, der bei dem Wirbel um den Stadel-Abriss nur noch am Rande Thema war. Er bleibt auf jeden Fall stehen.
„Er steht unter Denkmalschutz und soll es auch bleiben“, weiß Keck zu berichten. Im Gasthof Schnitzer waren nach dem Tod der Besitzerin schon vor fünf Jahren die Lichter ausgegangen. Die Konzession erlosch, weil Küche und sanitäre Einrichtungen umfangreich saniert werden müssen. Das Thema soll angegangen werden, sobald die Supermarkt-Frage geklärt ist.
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