VonAngela Walserschließen
Ein Mann machte seiner Familie das Leben zur Hölle – so jedenfalls sieht es eine Anklage der Staatsanwaltschaft München II, die vor Gericht geprüft wird.
- Ein polnischer Familienvater terrorisierte offenbar seine Freundin und seine Kinder.
- Er schüchterte seine Familie ein und bedrohte der Kindsmutter.
- Nun muss sich der 49-Jährige vor Gericht verantworten.
Bernried – Angeklagt ist ein polnischer Familienvater (49), der mit Freundin und vier Kindern im Alter zwischen sechs und 17 Jahren in Bernried lebte.
Dort soll er Frau wie Kinder schikaniert haben, sie eingeschüchtert und sogar unerlaubterweise nach Polen mitgenommen haben. Zu Prozessauftakt legte der Schreiner ein Teilgeständnis ab. Probleme hatte es offenbar immer wieder gegeben. Deshalb erwirkte die Kindsmutter ein Kontaktverbot.
„Werde dich im Starnberger See ertränken...“: Vater terrorisiert Freundin und schüchtert Kinder ein
Doch der Vater umging immer wieder die Anordnungen. Er holte den Zehnjährigen vom Fußballtraining ab und brachte in verspätet heim. Er holte sich die Fahrräder der Töchter aus der Garage, er schüchterte die jüngeren Kinder in der Wohnung der Mutter ein, als diese alleine waren.
Doch diese Vorwürfe zählten noch zu den harmloseren. Auf dem Sportplatz bedrohte er die Kindsmutter mit den Worten: „Pass auf, Du bekommst nur einen Schlag und dann ist es vorbei, danach werde ich Dich im Starnberger See ertränken, wie König Ludwig.“ Vor Gericht ließ der 49-Jährige die Vorwürfe über seinen Verteidiger Michael Adams einräumen. Der Anwalt spielte aber den Vorwurf der Entziehung Minderjähriger herunter. In den Pfingstferien 2018 fuhr er mit den Kindern nach Polen. Eigentlich hätte er das schon nicht gedurft, weil er sich nicht genau an die Abmachungen der Kinder-Übergabe gehalten hatte. Dann blieb er auch noch länger als vereinbart in seiner Heimat, so dass seine Freundin die Mädchen und den Buben eigenhändig wieder aus Polen abholen durfte.
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Vater terrorisiert Freundin und schüchtert Kinder ein - Vermutlich hat er psychische Erkrankung
Vermutlich steckt hinter allen Taten eine psychische Erkrankung. Der Bruder leidet an Schizophrenie, ein Onkel starb an den Folgen der Erkrankung, und auch beim Angeklagten wurde bereits Schizophrenie diagnostiziert. Er weigerte sich aber, seine Medikamente zu nehmen und sich behandeln zu lassen. „Ich spüre nichts“, sagte er vor Gericht. Seine Kinder werden nicht als Zeugen aussagen müssen. Alle Prozessbeteiligte einigten sich darauf, die Vernehmungen vom Ermittlungsverfahren vorzulesen. Der Prozess dauert an.
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