Amtsgericht Wolfratshausen

Entnervter Richter: „Warum muss ich mich mit so einem Schmarrn beschäftigen?“

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Das Wolfratshauser Amtsgericht musste sich mit einem bizarren Vorfall beschäftigen.
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Eine Geretsrieder Bedienung erhob Anklage gegen einen ehemaligen Gast - dieser soll sie derbe beschimpft haben. Das vermeintliche Opfer verstrickte sich jedoch in Widersprüche.

Geretsried/Wolfratshausen – Sichtlich verärgert begrüßte Richter Helmut Berger eine Frau, die am 8. Januar dieses Jahres in einem Geretsrieder Spielsalon angeblich von einem Gast beschimpft worden war und daraufhin die Polizei verständigt hatte. Bei zwei zuvor angesetzten Verhandlungen hatte sie unentschuldigt im Amtsgericht gefehlt. „Ich habe die Briefe mit den Vorladungen übersehen“, behauptete die Geretsriederin.

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Entnervter Richter: „Warum muss ich mich mit so einem Schmarrn beschäftigen?“

Berger wollte dies nicht glauben und veranlasste, der Zeugin die Mehrkosten für die zwei verschobenen Verhandlungen aufzubürden. Zudem verstrickte sich die Servicekraft in Widersprüche. Bei der Polizei hatte sie angegeben, dass sie von einem 36-jährigen Gast zuerst als „Schlampe“ bezeichnet und später mit derben sexuellen Aufforderungen beleidigt worden sei. Vor Gericht wollte sich die 32-Jährige nur noch an das Wort „Schlampe“ erinnern und „eigentlich gar nicht mehr sagen“.

„Warum muss ich mich mit so einem Schmarrn beschäftigen?“

Der Angeklagte, der zum dritten Mal zur Verhandlung erschienen war, bestritt alle Vorwürfe. Auch ein Zeuge, der sich an diesem Abend mit ihm im Spielsalon aufgehalten hatte, erinnerte sich an keine Beleidigungen. „Warum muss ich mich mit so einem Schmarrn beschäftigen?“, fragte der Richter. Die Staatsanwältin bescheinigte dem vermeintlichen Opfer „fehlende Glaubwürdigkeit“ und forderte einen Freispruch für den Angeklagten. Berger folgte dieser Empfehlung. „Ich freue mich, dass die Sache nun endlich erledigt ist“, zeigte sich der Beschuldigte erleichtert.

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