VonSascha Karowskischließen
Die Stadt soll mehr Gebäude mit Holzmodulen aufstocken, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Das fordern CSU und Freie Wähler.
München - Die Stadt kann Wohnungen kaufen, um günstigen Wohnraum zu erhalten. Und sie kann bauen, um neuen zu schaffen - doch das passiert noch zu wenig, sagen Kritiker. Im Jahr 2022 sind 8098 Wohnungen genehmigt, 7522 fertiggestellt worden.
CSU fordert Aufstockung bestehender Gebäude: Grüne und SPD lieferten alarmierende Wohnungsbauzahlen
CSU und Freie Wähler sprechen von alarmierenden Zahlen, da die Stadt ihre eigenen Bauziele verfehle und bei den genehmigten Wohnungen auf ein Zehn-Jahrestief gefallen sei. Um gegenzusteuern, haben die Stadträte am Montag ein Antragspaket vorgestellt.
Das sieht unter anderem vor, eine Kampagne zur Aufstockung von Wohngebäuden zu starten. So soll das Potenzial vorhandener Flächen in den Fokus gerückt werden. Dabei soll besonders auf eine Holzmodulbauweise gesetzt werden.
Die Forderung, bestehende Gebäude aufzustocken, ist längst verbrieft, die damalige OB-Kandidatin und amtierende Kommunalreferentin, Kristina Frank (CSU), hatte die Forderung im Wahlkampf 2020 erhoben. Frank rechnete damals mit einem Potenzial von 100 000 Wohnungen, die durch Aufstockung allein im Bereich des Mittleren Rings entstehen könnten.
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Aufstockung bestehender Gebäude: Gutachten soll Potenzial aufzeigen - auch bei GWG und Gewofag
Das Antragspaket von CSU und Freien Wählern sieht ferner vor, ein Gutachten einzuholen, das Aufschluss darüber geben soll, wie groß das Potenzial bei den städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG und Gewofag ist. Zusätzlich beantragen die Stadträte eine detaillierte Darstellung aller Baurechtsreserven, die Prüfung einer Vergabe von städtischen Bauvorhaben an Generalunternehmer sowie Neubauten in Holzmodulbauweise bei den städtischen Wohnungsbaugesellschaften.
„Grün-Rot verfehlt die Zielzahlen beim Wohnungsbau deutlich“, sagt CSU-Stadtrat Winfried Kaum. Eine Verbesserung sei nicht in Sicht. „Wir müssen neue Wege bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum gehen. Die Aufstockung von Bestandsbauten kann dazu einen erheblichen Beitrag leisten.“ Die Landeshauptstadt schöpfe ihr Potenzial auf vorhandenen Flächen nicht aus. Der Stadtregierung gelinge es derzeit nicht, in München ein wohnungsbaufreundliches Klima zu schaffen. „Die bisherigen Anstrengungen von Grünen und SPD sind unzureichend.“
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