VonSusanne Weißschließen
Er steht in voller Blüte: Im Zeichen der deutsch-französischen Freundschaft wurde vor dem Geretsrieder Rathaus ein Rosenstock gepflanzt.
Geretsried – Regen ist des Gärtners Glück. Insofern hat es sich gut getroffen, dass nach tagelanger Hitze pünktlich Tropfen vom Himmel fielen, als Bürgermeister Michael Müller aus Geretsried und sein Kollege Louis Giscard d’Estaing aus Chamalières die Edelrose „Nostalgie“ vors Rathaus setzten. Der Stock steht in voller Blüte – ebenso wie die deutsch-französische Partnerschaft. Das bekräftigten auch die Vorsitzenden der jeweiligen Partnerschaftsvereine Edith Peter und Maire-Christine Béraud.
Bis zuletzt mit Suche nach Unterkünften beschäftigt
Letztere ist am Mittwoch mit einer Abordnung von 140 Frauen und Männern aus der Auvergne nach Bayern gefahren. Die beiden Busse kamen am Abend an der Kirche Maria Hilf an. Damit alle Gäste einen Platz zum Schlafen haben, war Edith Peter bis zum Schluss mit der Suche nach Unterkünften beschäftigt. Wegen Covid gab es immer wieder Absagen. Aber „jetzt ist alles gut“, sagte sie am Donnerstag erleichtert.
Erinnerungen an Valéry Giscard d’Estaing
Da versammelten sich etwa 70 der an der Partnerschaft Beteiligten von deutscher und französischer Seite auf dem Karl-Lederer-Platz. Mitglieder der Harmonie de Chamalières spielten die deutsche, die französische und die Europahymne. Im Anschluss berichtete der langjährige Europaabgeordnete Dr. Bernd Posselt von seinen persönlichen Begegnungen mit Valéry Giscard d’Estaing. Der Vater des heutigen Bürgermeisters lenkte selbst einst die Geschicke der Stadt in der Auvergne, war Staatspräsident und „glühender Europäer“. Posselt hob insbesondere die Verdienste des 2020 verstorbenen Politiker als „entscheidende Triebkraft der europäischen Einigung“ hervor. Dieser habe auch immer für eine europäische Einigung plädiert. „Wenn man so will, ist der Euro ein Kind von Valéry Giscard neben Louis Giscard, also sein Bruder“, scherzte der Präsident der Paneuropa-Union.
Der heutige Bürgermeister von Chamalières dankte für die Würdigung seines Vaters und auch, dass weiterhin so viele die deutsch-französische Freundschaft aktiv verkörperten. Dem schloss sich der Geretsrieder Rathauschef an. „Die nächsten Tage verbringen wir im Geiste Valéry Giscard d’Estaings und aller anderen großen Europäer“, so Müller.
Buntes Programm für Gäste und Gastgeber
Die Franzosen bleiben bis Sonntag in Geretsried. Nach dem Besuch von Schloss Linderhof und einer Jam-Session mit französischen und deutschen Jazzern unter der Leitung von Dr. Peter Wegele in der Kulturbühne Hinterhalt am Donnerstag steht an diesem Freitag ein Besuch der Klosterbrauerei Reutberg auf dem Programm. Um 18 Uhr tritt der Bourée des Volcans auf dem Karl-Lederer-Platz auf. Im Anschluss spielen die Harmonie de Chamalières und Cico’s Jazz Band. Bei Regen findet das Konzert in den Ratsstuben statt. Am Samstag ist um 11 Uhr eine Konzert-Matinée der Musikschulen Geretsried und Chamalières in der Aula des Gymnasiums Geretsried geplant. Um 19 Uhr beginnt der Freundschaftsabend für alle Gäste und Gastgeber in den Ratsstuben. Es spielt das Salonorchester der Musikschule Geretsried. Nach der Sonntagsmesse in Maria Hilf heißt es „au revoir“ – auf Wiedersehen.
sw
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