VonGabi Wernerschließen
2021 endet der Pachtvertrag für die Spielarena in Bad Wiessee. Für die Zeit danach wünscht sich die SPD eine neue Halle, wieder mit einem privaten Betreiber. Reines Wunschdenken, behauptet der jetzige Pächter.
Bad Wiessee – Auch nach 2021 soll es in Bad Wiessee einen Spaß- und Spielepark für Kinder und Jugendliche geben. Diesen Wunsch hat jetzt die Wiesseer SPD formuliert und vorgeschlagen, schnellstmöglich ein öffentliches Ausschreibungsverfahren zu starten. Ziel ist es, einen privaten Betreiber für eine neue Halle zu finden. Völlig überrascht von dem Antrag wurde der Betreiber der aktuellen Spielarena, Josef Niedermayer. Er bezeichnet die Äußerungen der SPD als „dilettantisch“.
Dass die Heimstatt der derzeitigen Spielarena „marode“ sei und sich daher nicht in die Nachbarschaft des neuen SME-Hotels einfüge, stimmt nach Ansicht Niedermayers nur zum Teil. Lediglich das Äußere der Halle sei in einem schlechten Zustand, da die Gemeinde als Eigentümerin seit fast drei Jahrzehnten nichts für das Erscheinungsbild getan habe, erklärt Niedermayer in einer Stellungnahme. „Innen ist die von Herrn Beisheim gestiftete Halle in einem Top-Zustand“, sagt er.
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Auch das Anliegen der SPD, einen privaten Betreiber für eine neue Halle in Bad Wiessee zu finden, hält Niedermayer für reines Wunschdenken. „Es gibt wohl in ganz Deutschland keinen privaten Betreiber, der in einem derartig familienstrukturierten Gebiet, wie wir es im Tegernseer Tal haben, eine Spielarena betreiben würde“, meint Niedermayer. Eine neue Halle zu bauen, sei erst recht „völlig unrentabel“, fügt er hinzu. Er selbst könne das Angebot nur deshalb aufrecht erhalten, weil er die Spielarena aus Leidenschaft betreibe und sich selbst intensiv einbringe. Das würde Niedermayer im Übrigen auch weiterhin gerne tun: „Die Spielarena ist mein Baby. Und es ist noch nicht zu der Reifung gekommen, die ich mir wünschen würde.“
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Was das von der SPD gewünschte Alternativ-Grundstück in Bad Wiessee betrifft, so hat Niedermayer auch hier eine klare Meinung: „Das gibt es nicht“, sagt er. Bereits vor ein paar Jahren habe er sich gemeinsam mit Bürgermeister Peter Höß (FWG/Wiesseer Block) auf die Suche nach einer möglichen Fläche gemacht – fündig geworden sei man aber nicht. Einen geeigneten Alternativ-Standort für die jetzige Spielarena gäbe es nach Ansicht Niedermayers nur im Gemeindebereich Gmund, nämlich am Oedberg in Ostin. „Im restlichen Tal passt es nicht“, ist der Pächter überzeugt. Allerdings würde die Planung und Umsetzung einer Spielarena an einem neuen Standort mit Sicherheit einige Jahre in Anspruch nehmen, betont Niedermayer. Ein nahtloser Übergang vom alten zum neuen Angebot sei also kaum möglich.
In seiner Stellungnahme erinnert Niedermayer auch daran, dass er für das Alleinstellungsmerkmal „Spiel- und Sportarena im Tal“ auf eigenes Risiko gesorgt habe. Dass ihn die SPD mit ihrem Antrag nun einfach übergehe, „finde ich absolut nicht in Ordnung“.
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