„Hätte den zweiten Streiktag verhindert“

Erneut Streik im ÖPNV in München: Spiel des FC Bayern betroffen

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Erst vor wenigen Tagen wurde der ÖPNV in Bayern bestreikt. Nun ruft Verdi erneut zu einem ganztägigen Nahverkehrs-Warnstreik in München und Nürnberg auf.

Update vom 7. Februar, 14.09 Uhr: In München und Nürnberg wird am Mittwoch der ÖPNV bestreikt. Der Automobilclub ADAC rechnet deshalb mit deutlich mehr Verkehr und spürbaren Verzögerungen vor allem im Berufsverkehr. Bereits frühere Streiktage hätten gezeigt, dass sie zu mehr und längeren Staus führten, auf Autobahnen, Bundesstraßen und auf wichtigen Verkehrsachsen in den Städten. In München werde dies am Abend zudem auch das Fußballspiel im DFB-Pokal zwischen dem FC Bayern und RB Leipzig betreffen. Staus rund um die Allianz-Arena bei der An- und Abreise seien vorprogrammiert.

Verdi ruft in Bayern erneut zum ÖPNV-Streik auf: Auch München betroffen – Datum steht fest

Erstmeldung vom 7. Februar, 9.26 Uhr: Am Mittwoch müssen zahlreiche Fahrgäste in München und Nürnberg auf U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse verzichten. Darüber berichtete die Gewerkschaft Verdi in einer Pressemitteilung. Die Gewerkschaft hat Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr zu einem ganztägigen Arbeitskampf aufgerufen. Ausgenommen vom Warnstreik sind alle Linien, die von privaten Betreibern betrieben werden. Auch S-Bahnen und Regionalzüge der Deutschen Bahn verkehren regulär, hieß es von Verdi.

Tarifverhandlungen im ÖPNV (Symbolbild).

Verdi kündigt Streik im ÖPNV an – Auch München betroffen

Es handelt sich bereits um die zweite Arbeitsniederlegung in Bayern während der laufenden Tarifverhandlungen. Erst am vergangenen Montag hatten Verdi-Mitglieder in mehreren großen bayerischen Kommunen die Arbeit niedergelegt, heißt es von der Gewerkschaft. Auch damals waren die beiden Metropolen betroffen. Mit der ersten Aktion sollte Bewegung in die festgefahrenen Gespräche gebracht werden, so Verdi.

Diese Strategie sei allerdings gescheitert. „Ein positives Signal seitens der Arbeitgeber hätte den zweiten Streiktag verhindert“, erklärte Sinan Öztürk, stellvertretender Landesbezirksleiter der Gewerkschaft. Die Arbeitgeber machten mit ihren Stellungnahmen überdeutlich, dass sie die Sorgen der Arbeitnehmer nicht ernst nähmen, so Öztürk laut Verdi. Dass nur zwei Tage vor der nächsten Verhandlungsrunde erneut gestreikt werde, liege allein daran.

Verdi fordert mehr Geld und eine reduzierte Wochenarbeitszeit

In Bayern fordert Verdi unter anderem eine Entgeltsteigerung von 668,75 Euro und eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit. Die bayerischen Städte weisen das als zu teuer zurück. Die Finanzlage vieler Kommunen ist wegen der stark gestiegenen Kosten ohnehin schlecht, im öffentlichen Nahverkehr sind die Defizite der kommunalen Verkehrsgesellschaften in den vergangenen Jahren gestiegen.

Der Tarifvertrag Nahverkehr gilt in Bayern laut Verdi für etwa 20 Unternehmen mit 9.000 Beschäftigten. Den bislang letzten Tarifabschluss im bayerischen ÖPNV gab es 2023. Dieser „Tarifvertrag Nahverkehr“ (TV-N) war schon 2024 ausgelaufen. Verdi hatte sich damals gegen separate Neuverhandlungen in Bayern entschieden, wie die Gewerkschaft mitteilt. Stattdessen wartete man ab, bis auch in den anderen Bundesländern neue Verhandlungen anstanden, so Verdi.

Erneuter ÖPNV-Streik in München und Nürnberg

Als vergangene Woche der Warnstreik stattfand, kam es zu erheblichen Einschränkungen im Nahverkehr. In der Landeshauptstadt fuhren keine U-Bahnen, heißt es von der Gewerkschaft. Auch fast alle Tramlinien standen still – nur die Linie 20 verkehrte weiter. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hielt allerdings auf allen Buslinien den Betrieb aufrecht, wenn auch mit teilweise stark reduzierter Taktung. In Nürnberg ruhten ebenfalls U- und Straßenbahnen komplett, teilte die Gewerkschaft mit. Das städtische Verkehrsunternehmen VAG fuhr einen Notbetrieb mit 16 Buslinien.

Der Streik schlug dabei auch auf den Autoverkehr durch: In München stieg der Staulevel dem Verkehrsdatenexperten TomTom zufolge im morgendlichen Berufsverkehr auf mehr als das Dreifache des Jahresdurchschnitts für diese Uhrzeit. (Quelle: dpa) (kam)

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