Es gibt ihn seit 30 Jahren

Das bietet der Weltladen am Wolfratshauser Untermarkt

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Es ist angerichtet: Seit fast 30 Jahren gibt es den Weltladen, auf dem Foto Verkäuferin Ruth Kohlhepp.
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Zur Zeit läuft die „Faire Woche“: Anlass für unsere Zeitung, dem Weltladen am Untermarkt einen Besuch abzustatten.

Wolfratshauen – Ruth Kohlhepp sitzt alleine im Weltladen am Ende des Untermarkts, Hausnummer 71. Sie hat einen kleinen Tisch dekoriert mit Keksen und getrockneten Mangostreifen zum Probieren. Diese Woche ist „Faire Woche“, sagt sie. Das Motto lautet „Gleiche Chancen durch fairen Handel“. „Zu uns verlaufen sich leider nicht viele Kunden, die ein Geschenk kaufen wollen“, bedauert Kohlhepp. Die Lage sei einfach nicht optimal für Laufkundschaft. In der Regel kämen Stammkunden aus Wolfratshausen, Geretsried und Umgebung, um Kaffee aus Mittelamerika oder Schokolade aus Afrika zu kaufen.

Seit knapp 30 Jahren gibt es den Weltladen in Wolfratshausen. Seit 2006 befindet er sich am Untermarkt, unmittelbar gegenüber der Musikschule. Zehn ehrenamtliche Mitarbeiter des Vereins „Eine-Welt“ kümmern sich ums Geschäft. Sie möchten durch ihren Einsatz mithelfen, dass Erzeuger – Kleinbauern und Kleinhandwerker – in Entwicklungs- und Schwellenländern einen gerechten Preis für ihre Arbeiten erhalten und vor allem, dass auch Frauen gerecht bezahlt, an Entscheidungsprozessen beteiligt werden und Zugang zu Bildung und Weiterbildung bekommen.

Im Laden gibt es bezaubernde Dinge zu entdecken; hochwertige, biozertifizierte Lebensmittel wie Tee, Gewürze, Trockenfrüchte Gummibärchen und Müsli aus der ganzen Welt sowie kunstvolle Handwerksprodukte. „Alles einmalige Unikate“, betont Kohlhepp. Es gebe direkte Verbindungen zu den Produzenten, erklärt die Verkäuferin. Zum Beispiel habe eine Kundin das Frauenprojekt „Mkombozi“ in Tansania kennengelernt und die Verbindung zum Wolfratshauser Weltladen hergestellt. Gästehandtücher und Badetücher für Babys aus ungefärbter Baumwolle besticken die Frauen aus dem afrikanischen Land fein säuberlich mit Zebras, Elefanten und sogar mit kleinen Igeln. „Ja, sie passen sich ihren Kunden an“, weiß die Ladenverkäuferin.

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Der Wolfratshauser Weltladen ordert entweder direkt über persönliche Kontakte oder bestellt die Projekte über den Dachverband. Die Entscheidung, welches Sortiment der kleine Laden führt, fällen die Mitarbeiter selbst. Wichtig sei ihnen die optimale Wertschöpfungskette der örtlichen Betriebe. So wird die Schokolade aus Ghana von der Bohne bis zum Endprodukt im Land hergestellt. Im Fall der sogenannten Sonnengläser mit kleinem Solarfeld aus Südafrika weiß Kohlhepp, dass dadurch 60 Menschen einen Arbeitsplatz gefunden haben.

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Als gemeinnütziger Verein arbeitet der Weltladen nicht gewinnorientiert. Für die Miete der Räume wird er finanziell von der Stadt unterstützt. Erzielte Überschüsse und Spenden verwendet der Verein, um aktuelle Notsituationen zu lindern oder gezielt Entwicklungsprojekte zu fördern. Zum Beispiel die Erdbebenhilfe für Nepal und die Kinderhilfe für Aids-Waisenhäuser in Südafrika und Simbabwe. Aktuell unterstützt der Wolfratshauser Weltladen die Erdbebenopfer in Panama. 

Info

Der Weltladen in Wolfratshausen, Untermarkt 71, ist immer vormittags von 9.30 bis 12.30 Uhr (außer Mittwoch und Samstag) sowie nachmittags von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet.

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