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Spiegelglatt war es am Montagnachmittag auf der Tölzer Isarbrücke. Dort rutschten bei einem Unfall mehrere Fahrzeuge aufeinander. Auch die Rettungskräfte aus anderen Regionen Bayerns hatten Probleme bei der Heimreise.
Bad Tölz-Wolfratshausen – Nach dem Schneechaos der vorangegangenen Tage hielt der Winter am späten Montagnachmittag neue böse Überraschungen bereit: Nach einem heftigen Schneeschauer bildete sich auf den Straßen Blitzeis. Fast erstaunlich, dass die äußerst schwierigen Straßenverhältnisse im südlichen Landkreis nur an einer Stelle zu Unfällen mit Blechschäden führten – nämlich auf der Tölzer Isarbrücke. Wegen hängen gebliebener Lastwagen bildeten sich allerdings Staus. Das erschwerte auch die Rückreise zahlreicher Feuerwehrkräfte nach ihrem Katastropheneinsatz im Landkreis.
„Die Tölzer Isarbrücke hätte am Montagabend zeitweise als Eishockey-Arena Verwendung finden können.“ Zu dieser Einschätzung kommt die Tölzer Polizeiinspektion in ihrem Pressebericht vom Dienstag. Aufgrund der spiegelglatten Fahrbahn und ungenügender Sicherheitsabstände krachte es dort zwischen 18 und 19 Uhr mehrmals kurz hintereinander. Insgesamt fünf Fahrzeuge waren beteiligt. Eine 52-jährige Penzbergerin fuhr mit ihrem Skoda in Schrittgeschwindigkeit über die Isarbrücke. Als sie verkehrsbedingt anhielt, rutschte der hinter ihr fahrende Suzuki, gelenkt von einer 37-jährigen Tölzerin, leicht auf den Skoda hinten auf. Der nachfolgende 58-jährige Würzburger konnte seinen Mercedes nicht mehr zum Stehen bringen und rutschte daraufhin auf den Suzuki auf. Alle Beteiligten, darunter ein 19-jähriger Tölzer, der auf das stehende Fahrzeug eines 40-jährigen Tölzers aufgefahren war, blieben unverletzt. Die Polizei schätzt den Sachschaden an den beteiligten Autos auf rund 3700 Euro.
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Gar nichts mehr ging um dieselbe Zeit auf der B 13 zwischen Sachsenkam und Großhartpennig, wo auch der Tölzer Polizeichef Bernhard Gigl unterwegs war. Speziell der Hügel in Kurzenberg erwies sich demzufolge als Herausforderung, der schwerere Fahrzeuge nicht gewachsen waren. „Aber eigentlich ist jede kleine Steigung zur Gefahrenstelle geworden, die B 13 war spiegelglatt“, so Gigl. Es blieben offenbar immer wieder Laster hängen und blockierten die Fahrbahn. „Bei zwei 3,5-Tonnern drehten die Räder durch, sie sind kein Stück mehr vorwärtsgekommen“, berichtet Gigl. „Und die Abschlepper sind wegen des Staus auch nicht rausgekommen.“ Einige Pkw-Fahrer, die feststeckten, seien an den Straßenrand gefahren und „haben sich ausgeruht“, so Gigl.
Mittendrin im Blitzeis-Chaos steckten auch etliche Feuerwehrleute aus verschiedenen Regionen Bayerns, die nach ihrem Katastropheneinsatz im Tölzer Land auf dem Heimweg waren. So erging es auch der Truppe der Freiwilligen Feuerwehr Neustadt an der Donau, die laut Kommandant Jürgen Bucher mit 43 Fahrzeugen und 130 Einsatzkräften unterwegs war. Zwei Tage hatten sie in Bad Tölz Dächer im Schulzentrum von der Schneelast befreit. „Die Heimreise war dann fast eine Tortur“, berichtet Bucher. „Irgendwann sind wir stehen geblieben und haben Ketten aufgezogen.“
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Der Heimweg wurde zusätzlich erschwert, weil die A 8 zwischen Holzkirchen und Hofoldinger Forst von 16 bis 22 Uhr Richtung München gesperrt war, nachdem sich mehrere Lkw verkeilt hatten. Und der Neustädter Feuerwehr blieben laut Bucher dann auch noch zwei eigene Lkw liegen – wegen Motorschaden und Lichtmaschinenausfall. „Nachdem wir um 17.45 losgefahren sind waren wir dann um 0.30 Uhr daheim.“ Normalerweise wäre die Strecke in etwa zwei Stunden zu bewältigen.

