VonTobias Gehreschließen
Anderen beizustehen gehört für Julia Hirschbeck zum Alltag. Jetzt braucht die ehrenamtliche Sanitäterin aus Gröbenzell selbst Unterstützung. Die 45-Jährige hat Blutkrebs.
- Eine ehrenamtliche Sanitäterin aus Gröbenzell ist an Blutkrebs erkrankt
- Die Suche nach einer passenden Stammzellenspende ist bisher erfolgslos
- Jetzt wird alles in Bewegung gesetzt, um zu helfen
Gröbenzell – Seit der Diagnose steht das Leben der lebensfrohen und hilfsbereiten Frau auf dem Kopf. An einen normalen Alltag ist nicht zu denken. Julia Hirschbeck kämpft ums Überleben. Ihre einzige Chance ist eine Stammzellenspende. Die Suche der Deutschen Knochenmarkspende (DKMS) läuft weltweit. Doch bisher ist sie erfolglos.
Für die 45-Jährige ist es eine komplett neue Situation. Denn normalerweise ist sie es, die anderen hilft. Beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und der Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) leistet Hirschbeck ehrenamtlich Sanitätsdienste und eilt in roter Uniform herbei, wenn Menschen in Not sind. Damit ist vorerst Schluss.
Typisierungs-Aktion: Die Feuerwehr Fürstenfeldbruck hilft mit
Um die Gröbenzellerin zu retten, hat die DKMS eine große so genannte Typisierungs-Aktion ins Leben gerufen. Dabei sollen sich möglichst viele Menschen untersuchen lassen, ob sie als Stammzellenspender in Frage kommen. Im Landkreis können die Menschen das bei der Brucker Feuerwehr prüfen lassen. Eine Mitarbeiterin des ASB habe angefragt, ob die Brandbekämpfer sich an der Aktion beteiligen.
„Das war keine Frage für uns“, sagt Stadtbrandmeister Manuel Mai. Für ihn und seine Kameraden sei es selbstverständlich gewesen, zu helfen. Am 26. Januar unterstützen die Feuerwehrleute die Aktion mit 15 bis 20 Leuten, sagt Mai. Hauptsächlich helfen die Brandbekämpfer bei Organisatorischem. Außerdem müssen die Retter darauf achten, dass ihr Hof nicht zugeparkt wird. „Die Einsatzbereitschaft muss immer gegeben sein“, sagt Mai.
Sanitäterin braucht Stammzellenspende: Münchens OB als Schirmherr
Julia Hirschbeck kann auch auf prominente Unterstützung zählen. Die Schirmherrschaft über die Typisierungs-Aktion hat Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter übernommen. „„Es ist wichtig, dass sich möglichst viele Menschen als potenzielle Stammzellspender registrieren lassen. Denn nur dann können sie als Lebensretter gefunden werden“, sagt der Rathaus-Chef.
Für alle, die nicht wissen, ob sie sich registrieren lassen sollen, hat Julia Hirschbeck eine Botschaft: „Wenn die Spende nicht mir hilft, hilft sie vielleicht einem anderen erkrankten Menschen. Einfacher kann Leben retten nicht sein.“
Typisierung in Fürstenfeldbruck: So kann man helfen
Die Typisierung findet am Sonntag, 26. Januar bei der Feuerwehr Fürstenfeldbruck, Landsberger Straße 72, statt. Registrieren lassen kann man sich von 11 bis 15 Uhr. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.dkms.de.
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