VonChristiane Mühlbauerschließen
Ein Brand am Sonntagabend in Gaißach hat an einem Wohnhaus einen Sachschaden von rund 10.000 Euro verursacht. Ein Sanitäter wurde leicht verletzt, zudem verendeten zwei Hasen.
Gaißach/Bad Tölz – Weil ein junger Mann (18) am Sonntagabend heiße Asche aus dem Kamin zu schnell in die Plastikmülltonne gefüllt hatte, geriet diese gegen 20 Uhr in Brand und sorgte für beträchtlichen Schaden. Der Vorfall passierte an einem Wohnhaus auf Gaißacher Flur, das jedoch noch zum Einzugsgebiet der Tölzer Feuerwehr gehört. Laut Polizeibericht fing die Mülltonne im Laufe des Abends zu brennen an, worauf das Feuer auf den nebenstehenden Hasenstall übergriff. Tonne und Hasenstall brannten komplett aus, zwei Tiere verendeten.
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Weil Tonne und Stall unter dem Vordach standen, wurden durch die große Hitze auch die Hausfassade und zwei Fensterscheiben in Mitleidenschaft gezogen. Auch die Dachbalken des Hauses wurden angekohlt. Den Gesamtschaden beziffert die Feuerwehr auf rund 10 000 Euro.
Nachbarn entdeckten das Feuer und wählten den Notruf. Als erstes war das BRK vor Ort und half zusammen mit den Nachbarn, das Feuer zu löschen. Ein Sanitäter wurde durch den Rauch leicht verletzt. Die Feuerwehr Tölz, laut Kommandant Wolfgang Stahl mit 24 Ehrenamtlichen im Einsatz, übernahm die weiteren Arbeiten, öffnete auch den Dachstuhl und untersuchte das Gebäude mit einer Wärmebildkamera. Anschließend wurde das Gebäude durchgelüftet und als bewohnbar freigegeben.
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Die Nachbarn riefen zwei Mal, nach eigenen Angaben im Abstand von mehreren Minuten, via 112 in der Integrierten Leitstelle (ILS) in Weilheim an, berichteten sie am Montag dem Tölzer Kurier. „Die Flammen gingen schon bis zum Dachstuhl hoch. Wir hatten Sorge, dass die Feuerwehr nicht rechtzeitig kommt“, berichtet die Nachbarin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte.
Dass sie zweimal angerufen beziehungsweise alarmiert wurden, bestätigen ILS und Feuerwehr. „Bei uns gingen routinemäßig sofort Alarmierungen an BRK, Feuerwehr und Polizei raus“, sagt Christoph Fischer, stellvertretender Leiter der ILS. Zuerst sei der Brand eines Hasenstalls, dann eines Dachstuhls gemeldet worden. Laut Fischer kommt es durchaus vor, dass Menschen bei einem Brand mehrmals anrufen. Ähnlich äußert sich auch Wolfgang Stahl. „In der Panik verliert man rasch das Gefühl für Zeit“, sagt er, ohne die Anruferin damit kritisieren zu wollen. Um 20.06 Uhr hieß es von der ILS zuerst Brand eines Hasenstalls, um 20.10 Uhr sei „Vollalarm“ ausgelöst worden, bestätigt auch Stahl. Die Tölzer Wehr sei „drei Minuten nach der Alarmierung mit dem Löschfahrzeug draußen gewesen“.
Dass das BRK als erstes vor Ort war, lag laut Fischer daran, dass deren Helfer mit ihrem Fahrzeug näher waren als die Feuerwehr. Zur Brandstelle war übrigens auch Kreisbrandrat Alfred Schmeide geeilt. Ab einer gewissen Alarmierungsstufe – in diesem Fall Dachstuhlbrand – werde auch er benachrichtigt, so Schmeide.
