VonChristoph Petersschließen
Gute Nachricht für alle Peitinger, die in den Außenbezirken wohnen und sehnsüchtig auf schnelles Internet warten: In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat der Vergabe des Breitbandausbaus an die Telekom zugestimmt. Die schlechte Nachricht: Bis alle 536 Haushalte angeschlossen sind, werden wohl drei Jahre vergehen.
Peiting – Die Bauarbeiten für das Internet der Zukunft sind nicht zu übersehen. Überall werden in der Region Straßen aufgegraben, neue Leitungen verlegt und alte Verteilerkästen durch moderne Multifunktionsgehäuse ersetzt. Auch in Peiting ist in den vergangenen Monaten in dieser Hinsicht viel passiert. Die Telekom hat innerörtlich ihr Netz im Eigenausbau ertüchtigt. Gleichzeitig wurde der Ausbau im bayerischen Förderprogramm an den Randlagen vorangetrieben. Mittlerweile sei der dafür nötige Tiefbau so gut wie abgeschlossen, gab Geschäftsleiter Stefan Kort in der jüngsten Gemeinderatssitzung einen Überblick über den aktuellen Stand. Ein „paar weiße Flecken“ auf der innerörtlichen Ausbaukarte wie etwa der Bereich Am Steg gebe es allerdings noch. Man rechne aber damit, dass bis zum Ende des ersten Quartals 2019 auch diese Bereiche abgeschlossen seien, so Kort. Nicht verhehlen wollte der Geschäftsleiter, dass der Ausbau deutlich langsamer verläuft als einst geplant. „Wir hinken dem ursprünglichen Zeitplan rund ein Jahr hinterher“, stellte er fest und fügte hinzu: „Das zeigt, wo die Reise beim Bundesförderprogramm hingeht.“
Der vom Bund geförderte Ausbau ist der letzte Schritt, mit dem die Marktgemeinde das schnelle Internet auch zu den weiter weg liegenden Ortsbereichen und Riedschaften wie Birkland, Kreut, Deutenried oder Niederwies bringen will. Bereits im Herbst 2016 sei man in das Verfahren eingestiegen, blickte Karl Georg Manstorfer von der Regensburger Firma IK-T zurück. Ermittelt wurden 556 Haushalte, die unter die Kriterien des Förderprogramms fallen, also bislang mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von weniger als 30 Mbit/s auskommen müssen. Diese sollen künftig direkt mit Glasfaser angebunden werden, weil aufgrund der langen Kupferleitungen innerörtlich angewandte Techniken wie Vectoring keinen Sinn machen. Wer keinen neuen Hausanschluss wolle, bei dem werde das Glasfaser bis an die Grundstücksgrenze verlegt, erklärte Manstorfer. Der Experte riet allerdings dringend dazu, vom Angebot Gebrauch zu machen. Das sei zum einen kostenlos, zum anderen steigere ein zukunftsfähiger Internetanschluss im Haus den Wert der Immobilie, gab er zu bedenken.
Ausführen wird den Ausbau die Deutsche Telekom. Das Unternehmen hatte sich als einziges auf die Ausschreibung beworben. Das Problem: Der Preis, den die Telekom aufrief, lag laut Manstorfer deutlich über dem Betrag, den man ursprünglich berechnet hatte und auf dem auch der Förderbescheid fußte. Um nicht auf den höheren Kosten sitzen zu bleiben, habe sich die Gemeinde in den vergangenen Monaten auf politischem Weg bemüht, dass die Fördermittel auf Basis des Angebotspreises berechnet werden, so der Experte. „Es war eine große Herausforderung, die uns Zeit gekostet hat. Aber es ist gelungen“. Auch Dank Alexander Dobrindt, wie Bürgermeister Michael Asam betonte, der den früheren Bundesverkehrsminister um Hilfe gebeten hatte. Günstig wird der Ausbau dennoch nicht. Wie Kämmerer Christian Hollrieder auf Nachfrage der SN erklärt, belaufen sich die Gesamtkosten auf rund vier Millionen Euro. 1,2 Millionen Euro muss die Gemeinde aus eigener Tasche stemmen.
Ausbau dauert 33 Monate
Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung gaben die Gemeinderäte grünes Licht, als nächstes kann der Markt nun den Vertrag mit der Deutschen Telekom schließen. Einziger Wermutstropfen: Bis das schnelle Internet tatsächlich genutzt werden kann, wird es noch eine Weile dauern. „Die Ausbauzeit beträgt aktuell 33 Monate“, sagte Manstorfer. Und damit sei man in Peiting noch gut bedient. Bei neueren Projekten lägen die Zeiten bereits deutlich darüber. Die vielen Bauarbeiten am Internet der Zukunft, sie sind in diesem Fall auch ein Fluch. „Die Telekom ist maßlos überlastet, und es fehlen überall Baufirmen.“
