Fürstenfeldbruck - Verteidigungsminister De Mazière hat einen Abzugsplan für die zu schließenden Militärstandorte vorgelegt. Bruck soll demnach 2019 dicht gemacht werden.
Im Brucker Fliegerhorst war zuletzt immer die Rede davon, dass das Militär noch um die zehn Jahre vor Ort sein werde. Insofern ist das Jahr 2019 als Zeitpunkt der endgültigen Schließung ambitioniert, aber durchaus folgerichtig.
Das Datum 2019 ist im Papier aus dem Verteidigungsministerium mit einem wichtigen Hinweis versehen - nämlich dem Vorbehalt der durch den Umzug notwendig werdenden Um- und Neubauarbeiten in Köln, Schortens an der Nordsee und vor allem im fränkischen Roth. Und dem weiteren Vorbehalt der Finanzierbarkeit. Denn der Bundestag muss die nötigen Mittel für Hörsaal-Gebäude und Unterkünfte freigeben - anders übrigens als es bei der Verkündung der Bundeswehrreform im Herbst vergangenen Jahres war. Sie wurde auf dem Verwaltungswege beschlossen.
Nach Roth soll die Offizierschule der Luftwaffe umziehen, während das Flugmedizinische Institut im Luft- und Raumfahrtzentrum in Köln aufgehen soll. Letzteres gilt als nicht überaus problematisch. Der Umzug nach Roth schon. Denn in der dortigen Otto-Lilienthal-Kaserne fehlt praktisch alles, was eine Offizierschule der Luftwaffe braucht. Für den Umzug des Sektors Informationstechnologie ebenfalls nach Köln müssen mehrere Hallen gebaut werden, was auch als machbar gilt. Der große Brocken ist und bleibt die Offizierschule der Luftwaffe.
Im Brucker Fliegerhorst betrachtet man die Erklärung von gestern als wichtig. Damit habe man eine Zahl, an die man sich halten kann, sagte ein Sprecher. „Jetzt geht es los.“ Das gelte auch für die Offizierschule der Luftwaffe, die im nächsten Jahr eine interne Umstrukturierung erleben werde. Dabei soll die Schule auch dem Kommandounterstützungsverband in Köln unterstellt werden. Diese Umstrukturierungen seien wichtig, weil mit der Auflösung der Divisionen eine Führungszwischenebene wegfällt. Die Auflösung ist für den Zeitraum 2013/2014 geplant. Wie der Sprecher sagte, müsse auch die Konversion im Blick bleiben, sprich die Nachnutzung des Geländes.
Die Soldaten im Fliegerhorst erleben unterdessen bereits den Anfang vom Ende: Kollegen werden versetzt beziehungsweise frei werdende Stellen nicht mehr nachbesetzt - und das obwohl gewisse Verantwortlichkeiten ja bleiben. Weniger Leute müssen also die gleiche Arbeit leisten. „Vakanzmanagement“ nennt man das.
Der Standort im nahen Penzing soll voraussichtlich 2018 geschlossen werden, wobei das davon abhängt, wie schnell alle Transallmaschinen umziehen können. Denn der Flugbetrieb muss überlappend umstrukturiert werden, sodass in Penzing noch Restflugbetrieb zu erwarten ist.
Thomas Steinhardt