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Die Fassungslosigkeit in Bruckmühl ist groß, die kostspielige Reparatur alternativlos. Einmal mehr haben Vandalen die Kulturmühle ins Visier genommen und großen Schaden hinterlassen. Was vorgefallen ist und wie die Gemeinde reagiert.
Bruckmühl – In Bruckmühl herrscht einmal mehr Fassungslosigkeit. Erneut ist die Kulturmühle ins Visier von Vandalen geraten, erneut lässt sich die sinnlose Zerstörung nicht erklären. Wie die Marktgemeinde mitteilt, haben Unbekannte in der Nacht auf Montag (26. Mai) mutwillig zwei Chip-Lesegeräte, die zum Öffnen der Türen angebracht sind, beschädigt.
Dabei wurden sogenannte „Dormakaba-Erfassungseinheiten“ am hinteren Eingang (Caterergeinang/Zugang zur Bücherei-Rückgabebox) sowie an der Tür zur Küche (gleicher Bereich) herausgerissen, teils abgetreten und zerstört. Es handelt sich dabei um die elektrische Erfassung von Zutritten per Chip, die ein sicheres „Zutrittskontrollsystem“ darstellen sollen. Laut der Marktgemeinde werden die Kosten mit Einbau der Montage je Box auf rund 1000 Euro geschätzt. Außerdem hätten die unbekannten Eindringlinge an der Wand mit einem Feuerzeug „gekokelt“, eine Abdeckung für ein Schloss mit Gewalt herausgerissen sowie die Wände mit Fußabdrücken, vermutlich waren sie auf der Balustrade gesessen, massiv verschmutzt.
4000 Euro Gesamtschaden
Dass die Randalierer ins Gebäude eindringen wollten, davon gehe man nicht unbedingt aus, erklärt Silvia Mischi vom Kulturmühlenteam auf OVB-Anfrage. Hierfür gebe es derzeit keine Indizien. Vielmehr sieht es nach sinnloser Zerstörungswut aus.
Unterm Strich macht der Gesamtschaden Instandsetzungsarbeiten erforderlich, die etwa 4000 Euro kosten werden. Der Markt Bruckmühl hat bereits Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei Bad Aibling erstattet. Hierzu laufen die Ermittlungen derzeit noch. „Wir appellieren an jeden, die Augen offenzuhalten, und derartiges Fehlverhalten nicht zu tolerieren, sondern die Polizei zu rufen“, wird Bürgermeister Richard Richter in einer Mitteilung der Marktgemeinde zitiert. Es gebe keine Akzeptanz und keinen Grund für Vandalismus, so Richter.
Einmal mehr muss in der noch immer neuen Kulturmühle also aufgerüstet werden. „Die neuen Lesegeräte werden unter anderem eine Metall-Schutzhülle bekommen. Kosten, die wir uns gerne gespart hätten“, erklären Silvia Mischi und Martina Neuhausen im Namen des Kulturmühlenteams. Sie bedanken sich dabei für die schnelle Amtshilfe seitens des Bauhofs bei der Umsetzung der Sicherungsmaßnahmen.
Zeugen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden indes gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Bad Aibling unter der Telefonnummer 08061/90730 zu melden.
Bereits dritter größerer Vorfall
Kaum zu glauben, dass sich der jüngste ärgerliche Vorfall in eine Reihe von Vandalismus-Fällen in der Kulturmühle einreiht. Erst Anfang 2023 wurde das neue Bruckmühler Bürger- und Kulturhaus eröffnet. Seitdem hat es schon wiederholt Ärger um Zerstörung und Sachbeschädigung gegeben. Zuletzt hatten unbekannte Täter im November 2024 für einen beachtlichen Schaden gesorgt. Damals ging bei der Polizei eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Hausfriedensbruch, Vandalismus und massiver Beschädigung der Toilettenanlagen ein.
Dabei hatten sich die Unbekannten in der Damen- und Herrentoilette ausgetobt, verstopften mehrere Toiletten und Waschbecken mit Tabak und Papier. Dies war so massiv, dass letztlich die Haupt-Abwasserleitung dicht war und diese nicht mehr arbeiten konnte. Die Folge: Die komplette Toilettenanlage wurde lahmgelegt.
Bereits 2023, knapp ein halbes Jahr nach der Eröffnung, war die Kulturmühle erstmals Schauplatz von Vandalismus. Damals waren Unbekannte unerlaubt in das Gebäude eingedrungen, hatten ebenfalls die Toiletten verstopft, Klopapier an die Wände geklebt und Toilettenpapier in den Räumen verteilt. Der Hausmeister hatte damals nach dem Pfingstwochenende überdies entdeckt, dass Türen und Fensterscheiben verschmutzt waren, Wände mit Schuhabdrücken verdreckt und Putz eingedrückt war. Außerdem war Limonade verschüttet worden und sorgte damit für viele verklebte Oberflächen. Die Ermittlungen in den vorangegangenen Fällen wurden mittlerweile eingestellt. Ein Zusammenhang mit dem jüngsten Fall wird seitens der Marktgemeinde nicht vermutet.