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Es geht voran mit dem neuen Radweg zwischen Lenggries und Jachenau. Jetzt wurden fertige Bauteile angeliefert, die einen Bach und einen Graben queren.
Jachenau – Die Arbeiten am Fahrradweg zwischen Lenggries und Jachenau sind am Dienstag deutlich sichtbar vorangekommen. Zwei fertige Brücken wurden angeliefert und an Ort und Stelle platziert. Eine davon führt bei Raut, also fast am südlichen Ende der Strecke des ersten Bauabschnitts, über den Reichenaubach. Die zweite, etwas kleinere, überspannt einen Graben bei Fleckhaus.
Der Entwurf zu den Brücken stammt vom in Garmisch-Partenkirchen und München ansässigen Ingenieurbüro Neuner und Graf. „Ziel unserer Planungen war es, kostengünstige und dauerhafte Bauwerke zu erstellen, welche sich harmonisch in die von einem traditionellen Baustil geprägte Landschaft der Jachenau einfügen“, erklärt dazu Prof. Florian Neuner. Der Entwurf der Stahlbrücke greift demzufolge eine bereits im 19. Jahrhundert verbreitete Bauweise auf „und überträgt sie in eine moderne, an die heutigen Fertigungstechniken angepasste Konstruktion“, so Neuner. Die Ingenieurgesellschaft wurde für diese Technik 2009 sogar mit dem Stahl-Innovationspreis ausgezeichnet. Die gitterförmigen Seitenteile erfüllen eine Doppelfunktion: Sie sind zugleich Träger und Geländer. „Ihre ausgeklügelte Geometrie ermöglichte es, mit einfachen Mitteln die Brücken mit einem eleganten Schwung zu versehen“, erklärt der Planer.
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Gefertigt wurden die Brücken von der Stahlbaufirma Mühlbauer in Furth im Wald. Dass die einzelnen Stahlteile in Fertigungshallen zusammengebaut und verschweißt und die Brücken dann als fertiges Ganzes an ihren Bestimmungsort transportiert werden, das ist laut Martin Glück vom Staatlichen Bauamt Weilheim zumindest bei kleineren Bauwerken „gang und gäbe“. Kleiner, das heißt in diesem Fall: Die Brücken haben eine Breite von 2,50 Metern, 1,30 Meter hohe Geländer und eine Länge von 20 beziehungsweise 10,50 Metern.
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Die Brücken wurden am Montag in Furth im Wald verladen und am folgenden Vormittag per Mobilkran eingehoben und befestigt. Auch sonst schreiten die Arbeiten am Geh- und Radweg nach Glücks Angaben gut voran. Auf einer Strecke von 2,4 Kilometern sei aktuell der Unterbau fertig, das heißt die Frostschutzschicht eingebaut. Mit einer Fertigstellung des ersten Bauabschnitts (Rehgraben bis Raut) sei nach wie vor im Spätsommer bis Herbst zu rechnen.
