Pizzeria soll auch in neugestalteter Bucher Ortsmitte einen Platz finden

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So könnte sie aussehen, Buchs Gastronomie der Zukunft. Die Visualisierung vom Planungsbüro Arc Architekten zeigt, dass durch den Neubau auf der bisherigen Grünfläche die Pfarrkirche St. Martin in Zukunft sogar besser zu erkennen ist als heute, da die bisherigen Bäume gefällt werden müssten. Buchs Gemeindehaus ist rechts zu sehen.
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Wenn möglich, soll die beliebte Pizzeria in Buch auch in der neugestalteten Ortsmitte wieder einen Platz finden. Die Sicht auf die Kirche wäre jedenfalls künftig besser als heute.

Buch am Buchrain – Ein neues Gebäude, das vermutlich Standort von Buchs zukünftiger Gastronomie sein wird, soll an der Hauptstraße auf dem Loibl-Areal entstehen. Durch die Visualisierung im Bebauungsplanentwurf Ortsmitte äußerte der Gemeinderat jetzt weniger Zweifel zum veränderten Blick auf die Pfarrkirche. Viel mehr Gesprächsbedarf gab es zum weiteren Vorgehen und der Art der Gastronomie. Vom Bauherren kamen positive Signale, weiterhin mit der bestehenden Pizzeria zusammenarbeiten zu wollen.

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Das Areal der Familie Loibl in der Bucher Ortsmitte ist eine zentrale Fläche, die sich in den nächsten Jahren noch sehr verändern wird. 2019 wurde der erste Entwurf des Bebauungsplans, der mittlerweile einen Geltungsbereich von 9500 Quadratmetern aufweist, vorgestellt.

Vor allem neue Wohnflächen sollen durch die Umgestaltung entstehen (wir berichteten). Anstelle der Scheunen hinter der Pension sind zwei Wohnhäuser geplant. Wie Florian Riesinger vom Büro Arc Architekten nun in der Gemeinderatssitzung informierte, haben sich seine Auftraggeber entschieden, dass die Neubauten nicht parallel, sondern in L-Form angeordnet werden, sodass ein Hof-Charakter entsteht.

Ortsmitte von Buch: Gastronomie soll in zweigeschossigem Neubau unterkommen

Keine Veränderungen gibt es im vorderen Teil des Plans, der das Wirtshaus mit dem langjährigen Pächter Gallo Nero beinhaltet. Auf der gegenüberliegende Seite, einer bisherigen Grünfläche, ist ein zweigeschossiger Neubau vorgesehen. Dort soll vermutlich Buchs künftige Gastronomie einziehen.

Gemäß dem Wunsch aus der Juli-Sitzung, hat das Architekturbüro nun noch eine Visualisierung vorbereitet, wie sich im Ortszentrum durch das neue Gebäude die Sicht auf die Pfarrkirche St. Martin verändern wird. Manche Räte hatten hierzu im Sommer noch Zweifel geäußert. Riesinger zeigte eingangs, dass die Kirche aus östlicher Sicht wegen der großen Linde neben dem Gemeindehaus komplett verdeckt werde. Einige Meter weiter Richtung Westen verhindern außerdem die drei bestehenden Bäume der Grünfläche den Blick aufs Gotteshaus. Da diese für den Neubau gefällt werden müssten, würde man St. Martin künftig sogar trotz des neuen Gebäudes viel besser sehen, zeigte Riesinger mit seiner Visualisierung.

Dieses Bild zeigt den aktuellen Bestand mit verdeckter Kirche. Buchs Gemeindehaus ist rechts zu sehen.

Auf jeden Fall solle sich das Haus „in die ländliche Struktur einfügen“, beispielsweise mit hölzernen Elementen. In der Etage über der möglichen Gastronomie sollen dann Wohneinheiten entstehen. Im Hof, der bislang noch als öffentliche Stellplatzfläche geduldet wird, sollen Bäume gepflanzt werden. „Der Hof ist künftig sehr viel besser definiert und entspricht eher dem, wie er mal vor 200 Jahren war“, sagte Riesinger.

Martin Kern (SPD) erfuhr vom Architekten, dass im Bebauungsplan nicht festgelegt werden kann, dass im Neubau zwingend eine Gastronomie entstehen muss. Der Erhalt eines Wirtshauses sei aber auf jeden Fall auch Ziel und Wunsch der Gemeinde, sagte Bürgermeister Ferdinand Geisberger (CSU). Da während der Ortsmitte-Planungen auch schon Begriffe wie Stehcafé oder Bistro gefallen sind, hakte Kern zu diesem Ziel erneut nach.

Ortsmitte von Buch: Der Bauherr hätte gern weiter die Pizzeria an Bord

„Wir haben viel Input von Planerseite und mehrere Optionen für die Räume, aber wir als Gemeinde haben uns noch nicht eindeutig festgelegt, was wir eigentlich wollen. Das ist zu wenig greifbar für mich, und der Dialog fehlt mir“, sagte der SPD-Rat. „Die Definition ist noch nicht so klar“, stimmte Axel Krämer (CSU) zu, ebenso wie Matthias Steutzger (parteifrei): „Diese Meinungsbildung hat hier nicht stattgefunden.“

Geisberger fand, dies sei ein Thema für das Gemeindeentwicklungskonzept. Heute Abend findet um 19.30 Uhr ein Treffen der drei Arbeitskreise im Gemeindehaus statt. Dort soll dann auch über die Ortsmitte und die Gastwirtschaft gesprochen werden, so der Rathauschef.

Einblicke in die Überlegungen des Bauherrn gab zum Ende der Diskussion der in der Sitzung anwesende Florian Loibl, der Rederecht bekam. Er sagte, dass das Restaurant im bestehenden Gebäude nicht mehr zeitgemäß sei und er wegen der Art der Gastronomie gar nicht auf so viele Ideen von außen angewiesen sei. Denn die Pizzeria sei beliebt, und „ich würde gerne mit dem arbeiten, was gut angenommen wird“, sagte Loibl. Falls sich Familie Blandino als Gallo-Nero-Betreiber aber in zwei Jahren entscheiden sollte, zurück nach Italien zu gehen, müsse er die Freiheit bekommen, etwas Neues zu suchen.

Fast etwas unter ging bei der Entwurfsvorstellung die Thematik der Tiefgarage für die hinteren Neubauten. Da sich das Areal im noch bestehenden Wasserschutzgebiet befindet, musste vorab eine Untersuchung durchgeführt werden. Gemäß eines Gutachters kann ausgeschlossen werden, dass die neue Tiefgarage Auswirkungen auf die Trinkwassergewinnung hätte, verkündete Riesinger. Die wasserrechtliche Erlaubnis muss noch beim Wasserwirtschaftsamt eingeholt werden. Das Büro Arc Architekten bereitet nun den Entwurf für die Auslegung des Bebauungsplans vor.

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